Kein Ort ohne Dich - So. 19.03 - ProSieben: 20.15 Uhr

Kunst & Cowboys

"Nur mit Dir - A Walk To Remember" (2002), "Wie ein einziger Tag" (2004), "Mit dir an meiner Seite" (2010) - schlagereske Filmtitel wie diese versprechen nicht zu viel. Sie alle wurden von den Buchvorlagen des amerikanischen Schriftstellers Nicholas Sparks übernommen, der es seit jeher auf Herz und Tränendrüse abgesehen hat. "Kein Ort ohne dich"(2015) reiht sich da herrlich ein. Und natürlich bekommt man sie auch in der neuen Sparks-Verfilmung wieder zu sehen: Schöne Amerikaner aus dem Herzen des Landes, die sich verlieben und verlassen, um am Ende doch wieder zusammenzufinden. So bewegt sich auch diese Romanze in plakativ schmierige Gefilde, die nur Genre-Fans zu begehen imstande sind. Doch Regisseur George Tillman Jr. gewährt auf der straffen Fahrt zur nichtssagenden Schnulze auch ein paar wenige Blicke aus dem Fenster.

Zurückgelegt wird der Weg natürlich in einem muskelbepackten Pick-up. Einen solchen fährt nämlich auch Luke (Clint Eastwoods Sohn Scott), der zuckersüße Cowboy. Luke kümmert sich neben der heimischen Farm auch um seinen Ruf als echter Mann, einer, der wild gewordenes Vieh beim Bullriding im Zaum hält. Bei einem dieser Rodeo-Events trifft sein Blick die süße Sophia (Britt Robertson) - und um die beiden ist es geschehen.

Doch die Zukunftspläne der Turteltäubchen überschneiden sich kaum: Luke will da bleiben, wo Männer den Frauen noch die Türe aufhalten und wo er als Bullenreiter "World Champion" werden kann. Sophia dagegen hat ein Praktikum in New York vor Augen. So ist die junge Liebe schneller vorbei, als die Rindviecher die heißen Jungs vom Rücken schmeißen. Doch Autor Sparks weiß natürlich wie man Schicksal einsetzt. Und das begegnet dem Traumpärchen in Gestalt von Ira Levinson (Alan Alda).


Ira und seine Briefsammlung, die von einer bewegten Liebesgeschichte mit der bereits verstorbenen Lehrerin und Kunstsammlerin Ruth erzählt, lässt die geistesverwandte Sophia dann doch an die wahre Liebe glauben - und dass diese auch Unwegsamkeiten wie völlig unterschiedliche Lebensvorstellungen überstehen kann. In Rückblicken zeigt "Kein Ort ohne dich" dann eine Romanze, die durch eine Verletzung Iras aus dem Zweiten Weltkrieg schwer erschüttert wurde: Er konnte keine Kinder mehr zeugen.


Zwischenzeitlich fällt es in "Kein Ort ohne dich" allerdings schwer, sich auf die wenigen, dann doch berührenden Momente einzulassen. Zu viele Fässer macht Nicholas Sparks in seiner Geschichte auf: Zwei Pärchen, vier verschiedene Träume, die nicht einmal in 130 Minuten allesamt ausreichend ausformuliert werden können. Die Konzentration liegt dann doch auf schönen Bildern und den vor Hingabe glänzenden Augen - und damit konnten sich Sparks-Anhänger schon in der Vergangenheit gut und gerne abfinden.


Max Trompeter
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