Verstehen Sie die Béliers? - Sa. 18.03 - VOX: 20.15 Uhr

Mit den besten Absichten

"Verstehen Sie die Béliers?" startet mit reichlich Vorschusslorbeeren in Deutschland: In Frankreich lockte die Komödie über die gehörlose Familie und ihre hörende Tochter fünf Millionen Zuschauer in die Kinos, Hauptdarstellerin Louane Emera bekam für ihre Darstellung einen César als beste Nachwuchsdarstellerin, zudem erhielt der Film das "Prädikat: besonders wertvoll". Letzteres ist allerdings wohl doch zu viel der Ehre: Der Film ergreift zwar Partei für die Gehörlosen und nimmt auch ihre Perspektive ein, liefert aber in erster Linie Unterhaltung ohne Tiefgang. VOX zeigt das prämierte Stück jetzt zum ersten Mal im Free-TV.

Paula Bélier (Louane Emera) zeigt ihrer Schulfreundin Mathilde (Roxane Duran), wie man "Du blöder Idiot!" in der Zeichen- und Gebärdensprache ausdrückt. Sie ist dafür absolut kompetent, denn Paula "dolmetscht" für ihre Familie: Vater Rodolphe (François Damiens), Mutter Gigi (Karin Viard) und der jüngere Bruder Quentin (Luca Gelberg) sind allesamt gehörlos. Nur Paula kann sprechen und hören.

Sie liebt ihre Familie und ist mit ihrem Leben zufrieden. Auch wenn sie auf dem familieneigenen Bauernhof in der Provinz, der vor allem Käse produziert, hart anpacken muss. Bis sich die Versuchung in Gestalt des Musiklehrers und Chorleiters Monsieur Thomasson (Éric Elmosnino) meldet. Paula hat für sein geschultes Gehör nicht nur eine überragende Stimme, er drängt sie sogar, in Paris eine Gesangsprüfung zur Aufnahme an einer renommierten Musikschule abzulegen.


Paula, die ihrer Familie nicht einmal verrät, dass sie mit Thomasson täglich übt, kämpft mit furchtbaren Gewissensbissen. Soll Sie die Ihren, für die sie die Verhandlungen mit Kunden, der Bank und politischen Autoritäten führt, für den persönlichen Erfolg und eventuell auch für die Liebe im Stich lassen? Dass sich diese Konflikte trotz anfänglicher Schwierigkeiten gefällig aufzulösen scheinen, liegt auch daran, dass der Film mit seinem ursprünglich proklamierten Anliegen unsensibel umgeht.


Paula und ihr Freund Gabriel (Ilian Bergala) singen irgendwann im großen Saal ihr Duett. Aber Paulas Familie sieht nur die Lippenbewegungen und nimmt nur das Rauschen in den eigenen Gehörgängen wahr. Mit der phasenweisen Ausblendung der Töne versetzt sich der Film tief in den gehörlosen Teil der Familie Bélier hinein. Aber das geschieht eben nur in einer Szene. Im Übrigen werden gerade die Eltern zwar herzlich, aber auch skurril bis grobschlächtig dargestellt. Fast könnte man auf den herzlosen Gedanken kommen, das Handicap der Béliers wäre nur so etwas wie eine Metapher für die Borniertheit der Provinzbewohner.


Aber so viel grübeln muss man nicht. Angenehmer ist es, zu bangen und zu hoffen, dass die Sehnsüchte eines jungen Mädchens sich erfüllen mögen. Die Macher von "Verstehen Sie die Béliers?" spielen in dieser Hinsicht geschickt auf der Klaviatur der Emotionen.


Jan Treber
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