Eltern allein zu Haus: Die Schröders - Fr. 24.03 - ARD: 20.15 Uhr

Gibt es ein Leben nach dem Abi-Ball?

Auch die Fiktionalisierung kritischer Lebensereignisse scheint Moden unterworfen. Zumindest scheint es so, wenn man die Häufigkeit ihres Auftretens in Form von TV-Filmen betrachtet. Da gab es Wellen, die sich mit Alter, Demenz und Pflegebedürftigkeit der Eltern beschäftigten. Zuletzt sah man überdurchschnittlich viele Formate, die sich mit gestressten Familien zwischen Berufskrise, Kindern und Selbstverwirklichung beschäftigten. Eine - vielleicht unterschätzte - Lebensstation wurde von der öffentlich-rechtlichen Produktionsmaschine jedoch ausgespart: das "Empty Nest Syndrome". Wie drei Elternpaare, die sich lose kennen, nach dem Abi-Ball ihrer Kinder in unterschiedliche Krisen fallen, davon erzählt gekonnt die Komödien-Trilogie "Eltern allein zu Haus" im Ersten. Zum Auftakt stellen die Schröders, dargestellt vom echten Ehepaar Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer, fest, dass all ihre Lebenskonzepte für die Zeit nach dem Auszug des jüngsten Sohnes ins Leere laufen.

Drei Kinder haben Sabine (Kramer) und Bernd (Krassnitzer) groß gezogen. Nun zieht der Jüngste aus dem gutbürgerlichen Hamburger Elternhaus aus, um in Kanada zu studieren.

Vor dem Abi-Ball treffen die Schröders auf dem Schulparkplatz die Eltern anderer Abgänger. Die Winters (Walter Sittler, Susanna Simon), um deren Ehe es nicht gut bestellt ist, müssen sich von ihrer einzigen Tochter lösen. Katrin Busche (Anna Schudt) erwartet Ex-Mann Daniel (Oliver Mommsen), der in letzter Minute mit seiner neuen Familie in die Aula hetzt. Auch das seit langem getrennte Paar will den gemeinsamen Sohn ins Leben entlassen. "Die Winters" (Freitag, 31. März, 20.15 Uhr) und "Frau Busche" (Freitag, 7. April, 20.15 Uhr) werden zwei weitere Filmkomödien an den folgenden Freitagen näher beleuchten. Mit den Schröders stellt der Auftaktfilm ein Paar in den Mittelpunkt, das sich sein Leben "nach den Kindern" ganz anders vorstellte.


Gemeinsame Reisen sollte es geben, einen Tanzkurs und gute Gespräche. Soweit die Theorie. Doch während Sabine auf Neues hofft, reitet Unternehmer Bernd seinen Stiefel erst einmal weiter: Er arbeitet viel und in der knappen Freizeit sind Männerabende und Fußball angesagt. Der Frust bei Sabine wächst beständig. Bis das Paar ganz offiziell in die Krise rutscht.


Kann die erfahrene Paartherapeutin Dr. Sybille Merz (Christina Große) helfen? Mit "Eltern allein zu Hause" erschufen Drehbuchautorin Nina Bohlmann ("Mein gebrauchter Mann") und Regisseur Josh Broecker ("Meine allerschlimmste Freundin") dreimal anderthalb Stunden Unterhaltungsfernsehen, das sich sehen lassen kann. Zwar spielt die lose verknüpfte Dreifach-Erzählung mit Paar- und Lebensklischees, bleibt dabei aber stets realistisch und originell. Die Dialoge stimmen, Haupt- und Nebenrollen sind nicht nur prominent besetzt, sondern regen ihre Stars auch zu überdurchschnittlicher Spielfreude an. Wenn schon klassisches Unterhaltungsfernsehen, dann bitte so.


Eric Leimann
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