München Mord: Einer der's geschafft hat - Sa. 18.03 - ZDF: 20.15 Uhr

Frag doch mal die Dorffriseuse!

In diesen aufgeregten Tagen vergisst man es leicht: Flüchtlingsschicksale gibt es nicht erst seit den jüngsten Verwerfungen im Nahen Osten. Vor 30 Jahren etwa, als der "Eiserne Vorhang" den europäischen Kontinent der Länge nach teilte, verließen auch schon Verzweifelte die Heimat in der Hoffnung auf ein besseres Leben im reichen Westen. Der tschechische Wissenschaftler Petr Horvath hat damals die Chance beim Schopf gepackt. Nur mit einem Hochschulstipendium in der Tasche hat er es in München zu einer beeindruckenden Industriellenkarriere und über 100 angemeldeten Patenten im Bereich Feinmechanik gebracht.

Die Flüchtlinge von heute liegen dem Selfmade-Millionär vor diesem Hintergrund besonders am Herzen, und so lässt dieser "echte Samariter", wie einer sagt, Hilfsgüter in den Firmenhallen sammeln und verteilen. Wer so einen wohl in seiner Villa überfallen und niederschlagen würde? Die "München Mord"-Ermittler des ZDF wollen es herausfinden. "Einer der's geschafft hat" (Buch: Florian Iwersen, Regie: Anno Saul) ist der fünfte Fall für das ziemlich einzigartige Underdog-Team um den genialischen Griesgramermittler Ludwig Schaller (Alexander Held). Es ist erneut ein ausgezeichneter.

Dass es diesen Fall überhaupt aufzuklären gilt, hat der Chef-Misanthrop seinen beiden Mitarbeitern zu verdanken. Um dem von der Dienststelle verordneten Antiaggressionstraining zu entkommen, packt Macho-Cop Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) die widerstandsschwache Kollegin Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen) ins Auto und braust nach Starnberg, wo im Polizeifunk ein Einbruch gemeldet wurde.


In der Villa angekommen, lässt sich Neuhauser von einem Unbekannten überrumpeln und Flierl den Mann entkommen. In irritierender Nüchternheit berichtet den beiden alsbald die Sekretärin des Industriellen Horvath, dass sie den Hausherrn erschlagen in seinem Blut vorgefunden habe. Doch ganz so tot ist der gar nicht. Ermittelt wird natürlich trotzdem.


War's ein Raubüberfall - wo doch gar nix fehlt im unberührt wirkenden Luxusanwesen? Oder hat die Tat vielmehr mit der Flüchtlingsvergangenheit des emigrierten Tschechen zu tun, wie Schaller auf gewohnt schwer ergründlichen Wegen schließt? Tief hinein in die jüngere Zeitgeschichte führt die Spur. In ein bayrisches Dorf an der tschechischen Grenze und über den mächtigen Grenzfluss hinaus.


Was geschah vor 33 Jahren auf einer tragisch verlaufenen Flucht durch den Bayerischen Wald? Wer kann beitragen, die so lange zurückliegenden Vorfälle ans Licht zu holen? Der greise Bauer (Fred Stillkrauth), dessen Bruder einst ein findiger Schleuser war? Nein, natürlich die Dorffriseuse! Auf seinen "Instinkt" und seine "induktive Methode" kann sich der Schaller wieder verlassen.


Zwischen Kopfmassage und Selbsterfahrungstrip im reißenden Grenzstrom kommen Schaller und die seinen des Rätsels Lösung immer näher. Wunderbar herausgearbeitet ist dieser binationale Zeitgeschichtsplot, dem jede Fernsehspielschludrigkeit fehlt. Das ist bemerkenswert, wo die "München Mord"-Krimis ja bereits vom Ensemble vortrefflich leben. Nirgends wird so herzlich geflucht und so sympathisch gescheitert wie in der seit 2014 laufenden Edelreihe.


Kompetente Ermittler mit schrulligen Marotten kennt der deutsche Fernsehkrimi zuhauf. Hier aber erleben wir mehr oder minder alltagsuntüchtige Depperl, die sich im Verbund dann doch zu ungeahnten Höchstleistungen aufraffen. Ein wirklich Hoffnungsloser, der da keinen Lebensmut draus zieht.


Jens Szameit
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