Hubert und Staller (Neue Folgen:) - Mi. 22.03 - ARD: 18.50 Uhr

Am Feierabend ein Eis am Starnberger See

Die Stirn legt sich in Falten, wenn man im Programm der ARD den Titel "Der Winter kommt" liest. Aber keine Angst, das "Game of Thrones" wird nach wie vor nicht im Ersten ausgefochten, und eine ganze Jahreszeit hat der Sender auch nicht verpasst: Es sind nur die oberbayerischen Chaos-Cops "Hubert & Staller", die unter diesem augenzwinkernden Episodennamen in eine Staffel mit neuen Fällen starten.

Mit Eis und Frost hat "Der Winter kommt" nichts zu tun, sondern es geht natürlich um einen Nachnamen: Die Polizisten Franz Hubert (Christian Tramitz) und Johannes Staller (Helmfried von Lüttichau) müssen sich an die Fersen des Ex-Häftlings Bernd Winter (Robert Palfrader) heften. Der saß nach einem Banküberfall, bei dem eine Angestellte ums Leben kam, im Gefängnis. Das gestohlene Geld wurde allerdings nie gefunden, genauso ranken sich auch um den Tod der Kassiererin noch Mysterien.

Unauffällig zu sein, das ist bekanntlich nicht unbedingt die Stärke vom hochgewachsenen Staller, und auch der durch die Fälle polternde Hubert ist nicht gerade ein Meister der verdeckten Observierung. Daher müssen die Zuschauer auch nicht lange warten, bis die Beschattung auf humorvolle Weise auffliegt. Trotzdem behalten die Beamten den Straftäter im Auge, denn sie begreifen schnell, dass der gar nicht wegen des Geldes gekommen ist, sondern aufgrund eines jungen Mädchens und deren Vater.


Hier geht es nicht um Gesellschaftskritik und Tiefgang à la "Tatort", sondern um flotte Unterhaltung am Vorabend. Keiner erwartet Fälle, die vor Blut und Leichen und taffen Cops nur so strotzen. "Hubert und Staller" geben ihrer treuen Fangemeinde einmal mehr, was sie erwartet: Die Polizisten dürfen hier eben auch mal vor Wut gegen das Auto des Übeltäters treten, einen Alarm auslösen oder im schönsten Bairisch kräftig fluchen. Das absolut menschliche Verhalten den beiden macht die Dorf-Ermittler so liebenswert und sympathisch. Die Verbrecherjagd vor der touristisch durchaus ansprechenden Kulisse des Fünfseenlandes im Münchner Süden spielt sich nicht in schnellen Autos und dunklen Verhörszenerien ab, was keineswegs die Unterhaltung schmälert. Auch die sechste Staffel verspricht einfallsreiche Fälle und amüsante zwischenmenschliche Szenen: Einmal wird Staller von einer verrückten Katzen-Lady verführt, das nächste Mal unterhalten sich die beiden Beamten verklemmt und wortkarg, aber urkomisch über die Liebe, während sie ein Eis am Seeufer genießen. Das sind die harten Männer von der Polizei.


Ein Highlight für die Fans dürfte die Rückkehr von Monika Gruber in der siebten Folge der Staffel sein. Sie ergänzt die Harmonie, die spürbar zwischen Tramitz und von Lüttichau herrscht.


Das Wolfratshausener Ermittler-Duo hält sich schon seit 2011 wacker auf dem traditionell schwierigen Sendeplatz um 18.50 Uhr. Der Zuspruch wird immer größer: Während im ersten Jahr durchschnittlich 1,94 Millionen Zuschauer einschalteten, waren es bei der fünften Staffel 2,34 Millionen. Im BR-Dritten laufen ältere Folgen immer freitags zur besten Senderzeit. Zunächst gibt es im Ersten acht neue Folgen. Weitere acht werden im Herbst 2017 zu sehen sein.


Anke Waschneck
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