Heute jung - morgen arm - Mo. 27.03 - ARD: 23.30 Uhr

Damoklesschwert Atersarmut

Die Autorin und Journalistin Eva Schötteldreier hat die 50 Jahre nun auch schon erreicht. Gemütlich zurücklehnen kann sie sich noch nicht. Im Gegenteil! Sie treibt die Sorge, später als Rentnerin einen gewohnten Lebensstandard nicht halten zu können. Schötteldreier ist Mutter zweier heute erwachsener Kinder. Sie hat die beiden alleine erzogen. Ihr fehlen deshalb einige Jahre bei der Einzahlung in die Rentenkassen. Wie sie bei den Recherchen für ihren Film "Heute jung - morgen arm", der sie quer durch die Republik führt, selbst feststellen musste, können diese Lücken mitunter fatale Folgen haben. Denn: Nur wer von Anfang an mit einem relativ guten Einkommen als Arbeiter oder Angestellter kontinuierlich in das System einzahlt, wird am Ende von der Rente halbwegs leben können, so die klaren Aussagen, die Sozialexperten ihr auf den Weg mitgeben.

Eine Lösung scheint gerade für viele Minijobber oder Teilzeitkräfte kaum in Sicht. Frank Hensel, der Kölner Diözesan-Caritasdirektor, meint sogar: "Die Altersarmut hängt wie ein Damoklesschwert über unserer Gesellschaft. In den kommenden 15 bis 20 Jahren wird sich das weiter verschärfen." Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles ist mit ihrem Reformvorhaben gescheitert. Ihre Erkenntnis ist ebenfalls sehr ernüchternd: "Die Renten sind im Sinkflug, wir brauchen eine Haltelinie." Der Rechtsexperte Winfried Schmähl legt sich eindeutig fest: "Die gesetzliche Rente muss deutlich angehoben werden", fordert er.

Andreas Schöttl
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