Die Story im Ersten: Verschwunden in Deutschland - Mo. 27.03 - ARD: 22.45 Uhr

Wo sind die vermissten Flüchtlinge?

2015 kamen rund eine Million Flüchtlinge nach Deutschland, unter ihnen viele Minderjährige. Manche sind in Familien untergekommen. Doch da gibt es noch die anderen, die "verschwunden" sind. Knapp 9.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge wurden 2016 in Deutschland vermisst gemeldet. Doch wo sind sie hin? Mubarak aus Afghanistan ist einer von ihnen. Der Junge wurde in Bautzen untergebracht, war von einem Tag auf den anderen aber plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Niemand weiß, ob er abgehauen, untergetaucht oder in die Fänge von Kriminellen geraten ist. Die Journalistinnen Natalie Amiri und Anna Tillack begaben sich auf die Suche nach Mubarak und anderen. Ihr Dokumentarfilm "Verschwunden in Deutschland" aus der Reihe "Die Story im Ersten" erzählt von Jugendlichen, die komplett auf sich alleine gestellt sind - und dadurch in großer Gefahr schweben.

Die ARD-Reporterinnen lernen auf ihrer Suche nach Mubarak viele andere "Verschwundene" kennen. Oft sind die jungen Schutzsuchenden Kriminellen ausgeliefert. Drogendealer, Hassprediger und Zuhälter finden in ihnen leichte Beute. Geld ist das, was die jungen Flüchtlinge wollen und brauchen. Viele haben Tausende von Euro für ihre Fahrt nach Deutschland ausgegeben, die Familien zu Hause machen Druck.

Durch illegale Geschäfte winkt den Teenagern das schnelle Geld, sie bekommen Möglichkeiten, die ihnen im legalen Bereich erst nach mehreren Jahren geboten werden. Ausbildung, Sprachkurse, all das braucht Zeit. Für viele zu viel Zeit, davon profitieren die Kriminellen.


Am Ende ihrer Recherche gelang Natalie Amiri und Anna Tillack das scheinbar Unmögliche: Sie finden den Flüchtlingsjungen Mubarak wieder. Auf der Suche nach ihm stießen die Journalistinnen auf Missstände in Deutschland, über die unbedingt gesprochen werden muss. Die "verschwundenen" Jungen müssen gefunden werden.


Amelie Heinz
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