Fifty Shades of Grey - So. 23.04 - RTL: 20.15 Uhr

Unterwirf Dich, Baby!

Millionen Leser in aller Welt verfolgten in der Romantrilogie von E. L. James, wie die schüchterne Studentin Anastasia Steele (Dakota Johnson) sich auf eine Affäre mit dem jungen Millionär Christian Grey (Jamie Dornan) einlässt. Bondage, SM, Dominanz: Der erotische Teil ihrer Beziehung wird von den besonderen Vorlieben des Unternehmers geprägt, dem die unterwürfige Bewunderung Anas sehr zupass kommt. Die in jeder Hinsicht hingebungsvolle Frau bekommt in seiner Gegenwart nicht nur weiche Knie, sondern verliert auch die Kontrolle über sämtliche Körperregionen. Die Erotik ist in "Fifty Shades of Grey" (2014) allerdings äußerst züchtig inszeniert. Und ein bisschen schwülstig. Und ein bisschen langweilig. Womit auch schon der gesamte Film beschrieben ist, den RTL nun erstmals im Free-TV zeigt. Der vermeintliche Erotik-Film ist genau genommen so harmlos, dass er im Fernsehen jetzt sogar zur Primetime laufen darf, wenn auch natürlich ein wenig gekürzt.

Gestöhnt wird nur leise, Gefühlsausbrüche gibt es nicht. Jeder scheint mit sich selbst im Reinen zu sein. Anastasia lässt sich mit Geschenken überhäufen und fällt willfährig wie ein Backfisch in die muskulösen Arme des starken Mannes. Warum sich das kluge Mädchen selbst aufgibt, erfährt man nicht. Sie unterwirft sich ganz einfach.

Zwei Stunden lang versucht Christian sie zu überreden, einen Vertrag über sexuelle Abhängigkeit zu unterschreiben. Zwei Stunden lang staunt Anastasia über Christians Auto, über Christians Penthouse, über Christians Hubschrauber. Anastasia hofft auf die große romantische Liebe. Christian Grey hingegen will nicht lieben, mit niemandem schlafen, sondern nur ficken. Zwei Stunden lang reden die beiden in Dialogen, die aus 50-Cent-Romanen aus dem Bahnhofskiosk stammen könnten, über die unterschiedlichen Vorstellungen ihrer Beziehung, bleiben dabei oberflächlich und wiederholen sich.


Was am Ende von "50 Shades of Grey" bleibt, sind schöne Menschen, schicke Autos aus Ingolstadt und eine Menge MacBooks. Und glückliche Filmemacher, denn trotz allem spielte der Film weltweit knapp 570 Millionen US-Dollar ein. Die Fortsetzung "Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe" ist im Februar in den Kinos gestartet. Der dritte Teil soll 2018 ins Kino kommen.


Im Anschluss an die Free-TV-Premiere zeigt RTL die Dokumentation "Fifty Shades of Grey und die Wirklichkeit". In dieser wird neben wissenschaftlichen Experimenten zum Thema Sexualität außerdem der Frage nachgegangen, ob und wie sich durch den Hype der Bücher das Sexualleben der Deutschen verändert hat.


Andreas Fischer
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