Männer im Wasser - Mi. 26.04 - 3sat: 22.25 Uhr

Die Männlichkeit im Wassertanz

Schweden, das Land der Elche, der Seen und der Gleichberechtigung für alle. Für alle? Das sieht Fredrik (Jonas Inde) in "Männer im Wasser" ganz anders: Im Land der starken Frauen werden Männer ganz eindeutig diskriminiert! Aber Fredrik und seine Hockey-Kollegen wollen es sich und der Welt beweisen und Weltmeister werden - im Synchronschwimmen. "Männer im Wasser" (2008), jetzt im Schweden-Programmschwerpunkt auf 3sat zu sehen, ist ein skurriler Selbstfindungstrip gegen umgekehrte Geschlechterdiskriminierung.

Männlichkeit ist nicht mehr gefragt im emanzipierten Schweden. Fredriks Hockey-Team, einst Schwedischer Meister, muss seine Trainingszeit an die Frauen-Mannschaft abtreten. Aber auch die Alternatividee, Weltmeister im Synchronschwimmen zu werden, scheitert zunächst an der garstigen Schwimmtrainerin, die der Männermannschaft keinen Übungsraum zugestehen will: "Es gibt in Schweden keinen einzigen Kunstschwimmer, der ernst genommen würde." Und damit stößt sie bei Fredrik auf einen empfindlichen Nerv: "Das ist wohl nur ein Frauenrecht, nehm ich an!"

Aber auch sonst läuft bei Fredrik einiges schief: Obwohl er ein guter Journalist ist, fühlte er sich von seiner Chefin aus dem Job geekelt und kündigte. Noch dazu macht seine zickige Exfrau Karriere in London und lässt ihm die pubertierende Tochter zurück.


Filme über unterdrückte Frauen gibt es viele. Dass Männer in der Zeit der Post-Emanzipation als Leidtragende gezeigt werden, könnte vielen Frauen als sexistisch aufstoßen. So gibt sich auch Fredriks widerspenstige Tochter Sara (Amanda Davin) empört: "Du bist ein weißer Mann im mittleren Alter, was verstehst du schon von Diskriminierung?" Schließlich ist sie es aber, die den Film vom Vorwurf des Sexismus befreit, wenn das Mädchen die desorientierte väterliche Gruppe unter ihre Fittiche nimmt.


Regisseur Måns Herngren kann sich rühmen, ein rares Thema aufzugreifen, das durch die Idee, Männer Wasserballett tanzen zu lassen, in bizarre Bahnen gelenkt wird. Dabei sind die männlichen Synchronschwimmer authentisch und liebenswürdig, was dem Film aber leider viel seiner Skurrilität und seines Witzes nimmt. Auch das Motiv der Taugenichtse, die in unerwarteten Gebieten siegen möchten, ist seit "Cool Runnings" (1993) und "Ganz oder gar nicht" (1997) nicht mehr neu.


Am Ende gelingt es "Männer im Wasser" dennoch gekonnt, die Frage nach einer neuen Männlichkeit zwischen Biergelagen, Kindererziehung und Homosexualität aufzuwerfen und dabei weder an Respekt noch an Humor zu verlieren. Pluspunkte gewinnt er zudem durch die schöne musikalische Untermalung von der schwedischen Band "The Soundtrack Of Our Lives".


Jan Treber
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