Aktenzeichen XY... ungelöst - Mi. 26.04 - ZDF: 20.15 Uhr

Zusammenarbeit mit der Kripo

Gerade die aktuellen groß angelegten Fahndungsfälle sind es, die nicht nur die Schlagzeilen im Boulevard bewegen. Auch "Aktenzeichen XY ... ungelöst" wird bei besonders spektakulären und öffentlichkeitswirksamen Kriminalfällen oft zu Hilfe gezogen. Von der Kripo höchstselbst! "Wir sind stets in einem Austausch. Wenn gewünscht, können wir spontan reagieren", sagt eine ZDF-Sprecherin. Unlängst geschah das in dem Fall des verschwundenen HSV-Managers Timo Kraus. "Aktenzeichen" brachte einen Aufruf über den wochenlang verschwundenen Mann. Gebracht hatte er nichts. Laut Informationen der "Bild" rief nur ein Zuschauer zu dem Fall an. Auch dieser allerdings konnte keine erkenntnisbringenden Hinweise geben. Der Fall scheint inzwischen gelöst. Mit einem traurigen Ende! Kraus wurde tot aufgefunden an den Hamburger Landungsbrücken. Die Ermittler gehen von einem tragischen Unfall aus. Kraus' Witwe bezweifelt das.

Dass "Aktenzeichen" spontan auf Fahndungsaufrufe - wenn von der Kripo gewünscht - reagieren kann, zeichnet den Klassiker aus. Auch die Polizei weiß eine Reichweite von mehr als fünf Millionen Zuschauern zu schätzen. Im Fall der verschwundenen Malina beispielsweise bestätigte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, dass sich die Kripo gerade durch einen bundesweiten Aufruf im Fernsehen oftmals weitere Hinweise aus der Bevölkerung erhoffe. Durch einen Beitrag in einer so wichtigen Sendung wie "Aktenzeichen" könnten Menschen, die auch nur eine kleine Beobachtung gemacht haben, motiviert werden, zur Polizei zu gehen, sagte er. Genau dieses winzige Puzzleteil sei es, das zur Klärung eines Falles führen könnte.

Nachteil einer zugegeben wichtigen Aktualität allerdings ist, dass andere Filmbeiträge und damit immer noch ungeklärte Fälle "liegen" bleiben und womöglich auch vernachlässigt werden. So wurde ein angekündigter Beitrag über die Attacke auf einen resoluten Landwirt bereits mehrfach verschoben. Er konnte die Angreifer wenigstens aus seinem Eigenheim verjagen. Flüchtig sind sie noch immer - und sie haben mit ihrem Eindringen eine Straftat begangen.


Andreas Schöttl
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