Die Blechtrommel - So. 21.05 - ARTE: 20.15 Uhr

Ein Stück Filmgeschichte erstmals in XXL

Der Mietvertrag für die alten Filmrollen lief aus: Einen schlichteren Grund kann man sich kaum vorstellen, warum sich Regisseur Volker Schlöndorff 2010 noch einmal an den Schneidetisch setzte und seinen Cannes- und Oscar-Gewinner "Die Blechtrommel" (1978) in eine neue Fassung umarbeitete. 20 Minuten hat er seinem Werk hinzugefügt, das nun als Director's Cut den Vorstellungen entspricht, die Schlöndorff schon vor fast 40 Jahren hatte.

In der Bestsellerverfilmung nach Günter Grass geht es um das Leben des Oskar Matzerath (David Bennent) - von seiner Geburt im Jahre 1924 in Danzig bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Im Alter von drei Jahren beschließt der Junge, nicht mehr größer zu werden, weil er nicht der Welt der Erwachsenen angehören will. Mithilfe einer Blechtrommel und einem unglaublichen Stimmvolumen tyrannisiert er seine Eltern und protestiert zugleich auf seine Weise gegen eine mit dem Faschismus immer stärker sympathisierende Umwelt.

Die 20 Minuten hinzugefügte Szenen arbeiten den komplexen Kontext, in dem der Film spielt, genauer heraus. Außerdem werden Figuren greifbarer, macht Schlöndorff die Ambivalenz der Charaktere sichtbarer. ARTE zeigt die Langfassung in deutscher Erstausstrahlung.


Jan Treber
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