Sewol - Die gelbe Zeit - Di. 23.05 - BR: 22.30 Uhr

Von Trauer zur Wut

Finster brannte sich der 16. April 2014 in die Historie Südkoreas ein. An diesem verhängnisvollen Mittwoch kenterte das Fährschiff "Sewol" auf Höhe der Insel Jindo im Gelben Meer. Es war auf dem Weg von Incheon nach Jejudo. Genau dort wollten viele Schulkinder eine unbeschwerte Zeit verbringen. Doch sie fanden nur ihr nasses Grab. Insgesamt 304 Menschen ertranken in kalten Fluten. Das unendliche Leid der Hinterbliebenen - Mütter, Väter, Brüder und Schwestern - ist seitdem nicht verheilt. Ganz im Gegenteil! Trauer ist drei Jahre später in Wut umgeschlagen. Wie die "Sewol" nur sinken konnte, ist bis heute kaum geklärt. Wie es in dem investigativen Film des Bayerischen Fernsehens heißt, würden die genauen Umstände von höchster Regierungsstelle Südkoreas vertuscht. Denn: Der Tod von so vielen Kindern hätte verhindert werden können - wenn die hemmungslose Profitgier, die eine "Sewol" erst hinaus aufs offene Wasser getrieben hatte, von behördlicher Seite unterbunden worden wäre.

Andreas Schöttl
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