Der Chef ist tot - Mo. 22.05 - ZDF: 20.15 Uhr

Harmlose Ratespielchen

Harmlosigkeit ist ein Vorwurf, mit dem man die TV-Fiction gern belegt. Bisweilen scheint dieser Vorwurf überzogen, manchmal trifft er jedoch ins Schwarze. Weiteren Anlass, über einen Mangel an Mut und Konsequenz zu klagen, liefert der ZDF-Fernsehfilm "Der Chef ist tot", dem ein kleines Kunststück gelingt: einen lebensnahen Grundkonflikt (Chef versus Angestellte) mit anknüpfungswerten Nebenthemen (Arbeitsbedingungen, Sexismus, Mobbing) trotz spannend-lustiger Ausgangslage (toter böser Chef) und fähigem Personal (Fritzi Haberlandt) in ein harm- und kantenloses Kammerspiel zu verwandeln.

Eines Morgens liegt er am Ende der Bürotreppe. Peer Althoff (Guido Lambrecht), Leiter der Zweigstelle einer Logistikfirma, wird leblos aufgefunden. War es Mord - und wenn ja, wer ist der Mörder?

Infrage kommt jeder seiner fünf Angestellten - schließlich kündigte der Boss noch am Vortag seines Todes an, dass er auf Geheiß der Geschäftsführung einen Mitarbeiter entlassen müsse. Im Rückblick erfährt der Zuschauer auch, wie der selbstgerecht-schleimige Vorgesetzte seine Entscheidung treffen wollte: Eine Woche sollten die Angestellten Zeit bekommen, ihre Unersetzlichkeit für die Firma zu beweisen. Kurz darauf heißt es: "Der Chef ist tot".


In seinem Fernsehfilm fürs ZDF greift Regisseur Markus Sehr nach einem Drehbuch von Schriftsteller Stefan Rogall auf eine klischeehafte Bürobesetzung zurück, von der jeder irgendwie verdächtig wirkt: die ältere Buchhalterin Doris (Petra Kleinert), die den Boss für sein "Spielchen" rügt; der ambitionierte Michael (Götz Schubert), der mit dem Chef um dessen Posten konkurrierte; der zwielichtige Benno (Daniel Christensen), der sich ohnehin komisch verhält; der Sunnyboy Sören (Lucas Prisor), der ebenso wie sein Vorgesetzter die junge attraktive Gesa (Julia Hartmann) umgarnte, welche wiederum ebenso ihre Konflikte mit dem Toten hatte. Hilft nur eines: Fritzi Haberlandt muss her, um als freche Kommissarin Maxi Schweiger die Geschehnisse aufzuklären.


Die klassische Whodunnit-Szenerie des komödiantisch aufbereiteten ZDF-Krimis begibt sich selten außerhalb der Büroräume des kleinen Unternehmens. Beinahe in Kammerspiel-Manier nähert sich "Der Chef ist tot" den Dialogen und Motiven seiner Charaktere. Das erzählerische Potenzial dahinter - vom problematischen Chef und duckmäuserischem Angestelltentum bis zu Sexismus und Misstrauen am Arbeitsplatz - vergibt der Krimi aber lieber zugunsten schnöder Mitrate-Harmlosigkeit.


Währenddessen kann auch Fritzi Haberlandt mit ihren potenziell schwarzhumorigen, doch von allen Kanten befreiten Gags das dahinplätschernde "Stromberg" für Arme nur partiell aufheitern. Vielleicht, so der Verdacht, besteht die in der ÖR-Harmlosigkeit zelebrierte große Kunst ja auch im gefälligen Glätten und konfliktlosen Kalauern. Das wäre dann gelungen.


Maximilian Haase
Ohne Aktiengesellschaften kein Welthandel, ohne den Boom der großen Finanzmetropolen keine Aufzüge und Wolkenkratzer: Die vierteilige ARTE-Dokumentation zeichnet ein Bild der aufstrebenden Wirtschaftsmetropolen.
Diesmal werden in der Familienshow unter anderem Nico Rosberg, Katarina Witt, Fabian Hambüchen und Anatoli Karpow herausgefordert.
Weihnachten bei Familie Cooper: Alle stecken in der Krise. Keiner will darüber reden. Die Feierlaune sinkt gegen Null. Doch das Fest nimmt für jeden eine überraschende Wende.
Seit zehn Jahren erfolgreich im ZDF: "Der Kommissar und das Meer". Diesmal muss Robert Anders (Walter Sittler) den Entführer eines kleinen Mädchens finden.
In der neuen Amazon-Serie "Jean-Claude Van Johnson" ist alles auf den einstigen Action-Helden der 1990er-Jahre Van Damme zugeschnitten. In sechs Episoden macht er sich vor allem über sich selbst lustig. Das vereint zuvor gespaltene Lager.
Kai Wiesingers Erfolgsserie "Der Lack ist ab" geht in die vierte Staffel - und ist ab sofort exklusiv bei Amazon zu sehen.
ARD und ZDF übertragen über 230 Stunden live von den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang.
Langer Einsatz für Oliver Geissen in der Silvesternacht. Er füllt das RTL-Programm bis Mitternacht und weit darüber hinaus.
Bereits zum zweiten Mal sucht das WDR-Fernsehen den besten Chor Nordrhein-Westfalens. Die ungewöhnliche Castingshow war bislang ein voller Erfolg.
So gefährlich war ein Recall von "Deutschland sucht den Superstar" noch nie: Dieses Jahr wurde im Pilanesberg-Nationalpark in Südafrika gedreht.
Wie geht es weiter nach dem Anschlag auf die US-Präsidentin? Ein erster Trailer zur siebten Staffel von "Homeland" gibt erste Hinweise.
Das ZDF lässt derzeit eine sechsteilige Dokusoap-Reihe unter dem Titel "Mit 80 Jahren um die Welt" produzieren, die im Sommer nächsten Jahres ausgestrahlt werden soll.