Still Alice - Mein Leben ohne Gestern - Mi. 24.05 - ZDF: 20.15 Uhr

Für immer verloren?

Julianne Moore gehört zweifelsohne zu den größten Schauspielerinnen unserer Zeit. Das beweist sie auch in dem Drama "Still Alice - Mein Leben ohne Gestern" (2014), das nun erstmals im deutschen Free-TV zu sehen ist. Die sich stets unter die Haut des Zuschauers spielende Charakterdarstellerin wurde schon vielfach ausgezeichnet: Im Jahr 2015 gab es endlich - nach mehreren Nominierungen - den Oscar für ihre äußerst subtile Darstellung der 50-jährigen Linguistikprofessorin Dr. Alice Howland, die an Alzheimer erkrankt. Das Regie-Duo (und Ehepaar) Wash Westmoreland und Richard Glatzer erzählt das tiefschürfende Drama - nach der Buchvorlage der Neuro-Wissenschaftlerin Lisa Genova - aus der Perspektive von Alice. Eine deutlich leichtere Annäherung an das Thema Alzheimer bietet die Tragikomödie "Für dich dreh ich die Zeit zurück", die nur zwei Tage später, am Freitag, 26. April, 20.15 Uhr, im Ersten zu sehen ist.

"Still Alice - Mein Leben ohne Gestern" begeistert dabei vor allem durch ihre einfühlsame Perspektive: Glatzer leidet selbst unter ALS, einer Krankheit, die mit einem ähnlich tragischen - wenngleich auch körperlichen und nicht geistigen Kontrollverlust - einhergeht. Auch die unglaublich wandelbare Moore als Hauptdarstellerin trägt dazu bei, dem Zuschauer einen nie zuvor dagewesenen Einblick in die Psyche eines Alzheimer-Patienten geben zu können.

Die Krankheit reißt Alice mitten aus ihrem Leben. Bislang hat die Professorin außerordentlich viel Glück gehabt: Ihren 50. Geburtstag verbringt sie gemeinsam mit dem Biologen John (Alec Baldwin), mit dem sie glücklich verheiratet ist und ihren drei Kindern Tom (Hunter Parrish), Anna (Kate Bosworth) und Lydia (Kristen Stewart). Doch wenig später treten bei Alice die ersten Gedächtnislücken auf, bei einem Vortrag hat sie plötzlich einen Aussetzer, beim Joggen fährt ihr der Schreck durch die Glieder, weil sie sich auf einmal nicht mehr an den Nachhauseweg erinnern kann. Ein Arzt eröffnet ihr kurz darauf die bittere Wahrheit: Alice hat frühmanifesten Alzheimer, der zu allem Übel auch noch vererblich ist.


Spätestens wenn der Arzt die bittere Diagnose stellt und die Kamera lange auf Moores Gesicht verweilt, geschieht mit dem Zuschauer dank der herausragenden Leistung dieser Ausnahmeschauspielerin etwas, was eigentlich unmöglich scheint: Er wird wahrlich in die Lage versetzt, sich fortan in diese Frau einzufühlen, die allmählich ihr Gedächtnis und die Kontrolle über ihr Leben verliert.


Ohne Taschentuch ist das Drama nicht auszuhalten. Neben Julianne Moore liefert auch Kristen Stewart, die bereits in dem Drama "Die Wolken von Sils Maria" zu beeindrucken wusste, hier eine höchst beachtliche Schauspielleistung ab, wenn sie sich äußerst feinfühlig ihrer Mutter in dieser schweren Zeit wieder annähert. Die anderen Familienmitglieder entfernen sich dagegen eher von dieser Frau, die zunehmend Worte, Erinnerungen und sogar das Wissen darüber, wer sie sind, langsam verliert.


Gabriele Summen
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