MacGyver (Neue Serie:) - Mo. 19.06 - SAT.1: 20.15 Uhr

Comeback auf jung getrimmt

In den 80er-Jahren war er vor allem ein Held für die Jungs. Der Agent, Bastler und irgendwie Nothelfer der Unterdrückten, Angus MacGyver, gespielt von Richard Dean Anderson, zeichnete sich auch durch den damals schon sehr angesagten Vokuhila-Haarschnitt aus. Und vor allem durch das unglaubliche Talent, mit fast nichts, also höchstens vielleicht einer Büroklammer, gleich eine ganze Bombe bauen zu können. Die Serie lief ab 1985 sieben Staffeln lang mit insgesamt 139 Episoden. Nun, ein Vierteljahrhundert später, feiert der Bastelagent in einer Serie, die SAT.1 am Montagabend zur besten Sendezeit ausstrahlt, sein Revival. Das sogenannte Reboot von "MacGyver" zeigt den Profi-Tüftler in seinen jungen Jahren. Lucas Till, der zuletzt als Marvel-Superheld Havoc in den letzten "X-Men" Filmen zu sehen war, spielt die Hauptrolle. Der 26-Jährige ist zehn Jahre jünger, als Anderson es war, als er 1985 erstmals im US-TV in der Rolle des MacGyver zu sehen war.

Es ist bestimmt nicht leicht, einem Helden aus vergangener Zeit, die zudem ihre eigene Mode und eigene Themen hatte, ein neues und modernes Kleid anzupassen. Die Macher des neuen "MacGyver" entschieden sich für ein in die Gegenwart verlegtes Prequel. Die 21-teilige erste Staffel zeigt zunächst, wie der junge Angus MacGyver als Agent der Geheimorganisation Department of External Services rekrutiert wird. Schon eine erste Mission am Comer See allerdings gerät zu einem Desaster. Nikki (Tracy Spiridakos), die selbstredend in einer modernen Zeit eine gerissene Hackerin ist und zudem MacGyvers Freundin, stirbt vermeintlich bei dem Einsatz. MacGyver zieht sich daraufhin zurück. Als die schlimmen Erlebnisse ihn doch gleich wieder einholen, muss er, statt zu trauern, eine todbringende Bio-Waffe entschärfen.

Für eine Pilotfolge packen Regisseur David Von Ancken und die Autoren Paul Downs Colaizzo und Brett Mahone schon arg viel Handlung in sehr kurze Zeit. Vor allem wollen sie einen auf jung und frisch getrimmten MacGyver kaum in Verbindung mit dem Serien-Original gestellt wissen. Das wirkt arg bemüht. Und kam zumindest beim US-Publikum dennoch gut an. "MacGyver" startete beim US-Network CBS im vergangenen Jahr mit mehr als zehn Millionen Zuschauern und hielt einen ordentlichen Schnitt bei rund acht Millionen Serien-Fans. Das Format wurde bereits um eine zweite Staffel verlängert.


In dieser könnte die aufgebaute Distanz zum Original weiter bröckeln. So sei es geplant, dass sogar Richard Dean Anderson seinen Auftritt erhält, heit es. Showrunner Peter M. Lenkov kündigte an: "Wenn wir erst einmal in einem stabilen Tempo unterwegs sind, kommt er uns hoffentlich besuchen. Wir haben eine Rolle für ihn. Es ist eine wiederkehrende Figur, und ich hoffe, dass er zusagt."


Andreas Schöttl
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