All Is Lost - Überleben ist alles - Mo. 19.06 - ZDF: 22.15 Uhr

Solo für Redford

Einen Star, ja sogar einen ehemaligen Superstar auf der Besetzungsliste zu haben, macht das Filmedrehen in mancher Hinsicht sicherlich leichter, in anderer wohl schwerer. Wenn einer wie Robert Redford mit von der Partie ist, dürften sich die Brieftaschen der Finanziers leichter öffnen. Doch wie setzt man seinen Star am besten ein - zumal dann, wenn er der einzige Darsteller überhaupt ist? Dem wertvollsten Mitarbeiter seines maritimen Survival-Dramas "All Is Lost" (2013) rückt Regisseur und Autor J. C. Chandor zunächst lange nicht von der Pelle. Darüber vergisst er fast, die Gewalt des Meeres zu beschwören. Aber zum Glück nur fast, wie sich in der spätabendlichen Free-TV-Premiere im ZDF zeigt.

Gleich am Anfang des Films weckt ein regelrechter Sturzbach, der die Tür zum Schlafraum aufdrückt, den namenlosen und einsamen Jachtsegler, den Robert Redford verkörpert. Vor die Füße gespült werden ihm Turnschuhe, die fast wie seine eigenen aussehen. Sie stammen aus dem kaputten Container, der im Indischen Ozean treibt und beim Zusammenprall mit der Yacht ein schweres Leck gerissen hat.

Der reiche, ältere Jachtbesitzer, der mit der Billigwarenwelt kollidiert: Wer Chandors atmosphärisch überzeugenden Erstling "Der große Crash" (2011) über die Finanzkrise gesehen hat, wird wähnen, "All Is Lost" würde die Katastrophe der Weltwirtschaft als Schiffsunglück allegorisieren. Aber nichts liegt ferner. Abgesehen von einer resignierten Flaschenpost an die Nachwelt gibt es auch keinerlei explizite Psychologie.


Chandor inszeniert einen stummen Überlebenskampf ohne Innenperspektive. Alle elektronischen Navigationsgeräte sind durch den Wassereinbruch ausgefallen, auch der Funkkontakt geht verloren. Das Leck kittet der Segler so einigermaßen. Aber wie soll er den heraufziehenden Sturm überstehen? Gesehen wird all das mehr oder weniger mit den Augen des Schiffbrüchigen.


Chandor macht erst ab der Hälfte deutlich, im Zuge zum Teil wunderschöner Unterwasseraufnahmen, dass Wellen, Wolken und Fischschwärme nicht einfach die Ausdehnung der Welt seines Helden sind, sondern ihm gleichsam duellhaft gegenüberstehen und sein Schicksal bestimmen. So wie später die Tanker, die den Mann in Seenot stoisch übersehen. Ab dann wird's richtig packend.


Andreas Günther
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