37°: Betrug im weißen Kittel - Di. 20.06 - ZDF: 22.15 Uhr

Die vielen Lügen der Alexandra B.

Zuletzt glaubte sie ihre Lügengeschichten fast schon selbst. Als das Kartenhaus in sich zusammenfiel, verstand Alexandra B. die Welt nicht mehr. Über Jahre hatte sie ihre Arbeitgeber an der Nase herumgeführt - und das körperliche und seelische Wohl ihrer "Patienten" gefährdet. Trotzdem glaubte die heute 36-Jährige, dass sie richtig handelte, als sie die Urkunden für einen vermeintlichen Hochschulabschluss als Ärztin und ihre Promotionsunterlagen fälschte. Ein "gutes Leben" habe ihr doch eigentlich zugestanden, war sich die Betrügerin, die selbst aus einem reichen Elternhaus stammt, sicher. Die ZDF-Dokumentation "37°: Betrug im weißen Kittel - Die vielen Lügen der Alexandra B." zeichnet den Weg einer perfiden Täuschung - und Selbsttäuschung - nach.

Es ist keine komische, sondern eine zutiefst tragische Geschichte, die die Filmemacher Angelika Wörthmüller und Enrico Demurray aufgreifen. Eine Verstellungsgeschichte, der natürlich komplett die augenzwinkernde Leichtigkeit fehlt, mit der etwa die Titelanmaßungskomödie "Der Hauptmann von Köpenick" von Carl Zuckmayer seit jeher beim Publikum punktet.

Die junge Alexandra wuchs in einem Elternhaus auf, in dem es ihr an nichts mangeln sollte. Im Gegenzug erwarteten ihre Eltern allerdings überdurchschnittliche Leistungen: Juristin oder Ärztin sollte die junge Frau werden. Doch sie beginnt erst spät zu studieren, bricht ihr Studium der Sozialpädagogik dann sogar ab.


Mit 32 Jahren möchte sie doch noch etwas vorweisen können: Auch sie träumt mittlerweile von einem Beruf mit hohem Prestige - und von einem Doktortitel. "Adrenalin schoss durch meinen Körper und mein Gehirn", sagt sie in die ZDF-Kameras. "Ich wollte diese kleine Abkürzung 'Dr.' vor meinem Namen haben." Dann wurde sie zur Urkundenfälscherin.


Das Perfide an ihrem Betrug: Zunächst einmal fliegt gar nichts auf. Im Gegenteil: Zwei Jahre lang arbeitet Alexandra B. an einer psychiatrischen Klinik in Remscheid und bekommt dort sogar gute Zeugnisse. So klappt es auch mit dem Wechsel nach Berlin, wo sie im Krankenhaus des Maßregelvollzugs unterkommt - als Psychiaterin. Weitere Stationen führen sie zu immer neuen Kliniken, zuletzt arbeitete sie sogar als Oberärztin in einer Reha-Klinik. Doch dann wird sie entlarvt.


Angelika Wörthmüller und Enrico Demurray nahmen ihre TV-Ermittlungen mit der Kamera auf, als Alexandra B., die ihre Taten gestand, aber offensichtlich die tiefergehenden Zusammenhänge nicht recht einsehen konnte oder wollte, nach Verbüßung einer Haftstrafe im Oktober 2016 entlassen wurde. Nun zeigt sich, wie schwer es der wegen Betrugs und Titelmissbrauchs Verurteilten fällt, wieder in ein geordnetes Leben ohne Bluffs zurückzufinden.


Ihre Freunde haben sich von Alexandra B. abgewandt, die Ehe kriselt. Erst nach und nach gesteht sie sich die schmerzhafte Erkenntnis ein, dass sie sich selbst in diese höchst betrübliche Lage gebracht hat.


Rupert Sommer
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