Für immer Adaline - Di. 15.08 - ARD: 22.45 Uhr

Unverhofftes Wiedersehen

So manch einer hat sich bestimmt schon mal die Frage gestellt, wie es wäre, immer jung zu bleiben und ewig weiterzuleben: Was hätte das Leben dann noch für einen Sinn? Würde man nicht irgendwann beginnen, sich zu langweilen? Wie wäre es, jung zu bleiben - während die Nahestehenden sterben? Würde es sich noch lohnen, sich auf eine Liebesgeschichte oder gar eine Beziehung einzulassen, wenn man von vornherein weiß, dass man nicht zusammen alt werden wird? Diesen durchaus interessanten Fragen widmet sich das Fantasy-Liebesdrama "Für immer Adaline" (2014) von Lee Toland Krieger ("Celeste & Jesse"), das nun zum ersten Mal im Free-TV zu sehen ist.

Die titelgebende Adaline Bowman (gespielt von "Gossip Girl" Blake Lively) trifft ihren zukünftigen Ehemann und den Vater ihrer einzigen Tochter beim Bau der Golden Gate Bridge. Nur wenig später, im Jahr 1937, verunglückt sie tödlich mit dem Auto. Doch Adaline wird durch ein - etwas lachhaftes - wissenschaftliches Phänomen, das erst im Jahr 2035 entdeckt werden wird, ins Leben zurückgeholt. Von diesem Tag an altert die 29-Jährige nicht mehr - wie eine recht nervige, in den häufigen Rückblenden agierende Off-Stimme dem Zuschauer zuraunt.

Leider passiert nun etwas, das einem Drama grundsätzlich nicht gut tut: Aufgrund des konstruiert und einfallslos wirkenden Drehbuchs von J. Mills Goodloe ("The Best of Me") distanziert man sich von Adaline und ihrem eigentlich spannenden Schicksal, das einen an "Der seltsame Fall des Benjamin Button" denken lässt. Nach etlichen Jahren wird die kühle Schöne von ihrer Umwelt immer öfter für die Schwester ihrer eigenen Tochter gehalten. Irgendwann erwacht auch das Interesse des FBI an der Frau, die nicht zu altern scheint. Um wissenschaftlichen Experimenten zu entgehen, beschließt Adaline fortan, alle zehn Jahre ihre Identität und ihren Wohnort zu wechseln - und sich nicht mehr zu verlieben.


Mit müdem Blick für die schöne Ausstattung und die hübschen Kostüme lässt der Zuschauer diese Bilder Revue passieren, bis sich der Film an einem Zeitpunkt einpendelt, da Adaline bereits 100 Jahre alt ist und erneut die Stadt zu wechseln gedenkt. Ihre Tochter (Ellen Burstyn) ist mittlerweile äußerlich viel älter als sie und denkt über eine Alten-WG nach.


Doch dann taucht plötzlich in der Silvesternacht 2014 der moderne Märchenprinz Ellis Jones (Michiel Huisman aus "Game of Thrones") auf: reich, kultiviert, verständnisvoll und - mit Waschbrettbauch. Adaline erliegt seinem unglaublichen Charme und fährt sogar mit ihm aufs Land zu den Schwiegereltern in spe. Erst da erwacht das Drama endlich zum Leben. Ellis' Vater ist nämlich kein geringerer als ihre große Liebe aus alten Zeiten: William, der von Harrison Ford ausgesprochen ergreifend gespielt wird.


Gabriele Summen
Aus Bremen kommt diesmal ein äußerst nerviger Sonntagskrimi. Fans von Oliver Mommsen kommen dennoch auf ihre Kosten.
Auf einem Roadtrip durch die USA findet ein heißblütiger Koch das Rezept fürs große Glück: "Kiss the Cook - So schmeckt das Leben" ist eine mild gewürzte Küchenkomödie mit hohem Wohlfühlfaktor.
Hans-Christian Schmids Krimi-Drama "Das Verschwinden" gehört - auch dank einer unfassbaren Leistung von Hauptdarstellerin Julia Jentsch - mit zum Besten, das deutsches Fernsehen auf der Langstrecke bisher erschaffen hat.
"Hitman: Agent 47" will ein Computerspiel auf die Leinwand bringen. Obwohl es dauernd kracht und rummst, kommt die Action nur selten mitreißend in Fluss.
Keine Mätzchen: Der klassische Action-Thriller "Run All Night" erzählt von einem Rachefeldzug zweier alternder Gangster.
Der Mann verantwortet über 4.500 Stunden Fernsehprogramm pro Jahr: Natürlich geht es in einem Interview mit dem TV-Produzenten Nico Hofmann auch um sein Verhältnis zur Macht.
Die Detectives Hardy und Miller lösen ihren letzten Fall: Auch die dritte "Broadchurch"-Staffel entfaltet noch einmal das ganze Suchtpotenzial dieser britischen Klasseserie.
Vergangenheitsbewältigung im Ländle: Der Stuttgarter "Tatort" weckte die Geister toter RAF-Terroristen.
Zuwachs für die "Lindenstraße": Axel Holst und Arne Rudolf ziehen in Deutschlands berühmteste TV-Straße. Aus einem überaus ernsten Grund.
Wenige Wochen nach Serienstart erscheint auch der Soundtrack zum gefeierten "Babylon Berlin".
Aus der "Höhle der Löwen" bei VOX zum Millionengeschäft: Die jungen Entwickler der Mathe-App "Math 42" verkauften ihr Start Up für mehrere Millionen.
Robert Atzorn geht, doch "Nord Nord Mord" geht weiter. Mit einem neuen Hauptdarsteller dreht das ZDF derzeit einen weiteren Film der Reihe.
Ermittlungen an der Elbe: Mit "SOKO Hamburg" erhält die beliebte ZDF-Krimireihe Verstärkung aus der Hansestadt. Gedreht wird noch bis Dezember.