Under The Skin - Mi. 16.08 - ARTE: 22.10 Uhr

Mit dem Blick der Fremden

Stellen wir uns einen Film vor, in dem Scarlett Johansson beinahe völlig allein die Hauptrolle spielt. Stellen wir uns des Weiteren vor, dass man sie darin nackt sehen kann, dass sie als nicht-menschliches Wesen mit einem Transporter durch Schottland fährt, Rednecks verführt und diese auf bizarre Weise umbringt. Mancher würde das gern sehen wollen. Trotzdem trauten sich die Verleihe in Deutschland nicht, "Under The Skin" (2013) im Kino zu zeigen. Jetzt wagt sich ARTE und beschert dem Drama seine Free-TV-Premiere.

Die Figur, die Scarlett Johansson in dem experimentelle Arthouse-Stück "Under The Skin" verkörpert, besitzt keinen Namen. Das ist vor allem erstaunlich, weil der außergewöhnlich fotografierte Film diese unnahbare, pragmatische Gestalt mit ihren neugierig-unmenschlichen Blicken völlig ins Zentrum rückt. Sie fährt in einem alten Transporter durch ein raues und sozial heruntergekommenes Schottland, dessen Landschaften nichts Romantisches verheißen. Vielmehr betonen sie das prekäre Elend zwischen öder Provinzdisco, trinkenden Prollhorden und tristem Arbeitslosendasein nur stärker.

Ihr Blick ist kalt, sie tastet die Menschen ab. Sie lädt Männer ohne Familie verführerisch lächelnd in ihren Wagen ein, gibt ihnen ein Gefühl von Nähe und Eroberung. In Wirklichkeit sind sie jedoch die Eroberten, Opfer eines Wesens, das fremd auf der Erde ist - und scheinbar motivlos, dafür aber umso stilvoller und sanfter tötet. Grandios grotesk, erzählerisch überragend und mit einer Ästhetik von absurder Schönheit und Gewalt, zeigt Regisseur Jonathan Glazers in einem brillanten psychedelischen Kunstwerk, wie Science Fiction, ja wie anspruchsvoller Film überhaupt funktionieren kann.


Hinzukommt die optisch gelungene Umsetzung, die es schafft, die triste landschaftliche Weite mit fast farblosen, kontrastarmen Bildern ebenso wundervoll einzufangen wie die dunkle Enge des städtischen Graus. Scarlett Johansson dient zusätzlich als Publikumsmagnet. Kaum eine andere Schauspielerin ist so gut im Geschäft wie die 32-Jährige. Seit 29. Juni ist der Film "Girls' Night Out" mit ihr in einer Hauptrolle in den deutschen Kinos zu sehen.


Maximilian Haase
TTIP, Lobbyismus und die Allmacht der Konzerne, dazu die Zukunft des Journalismus: Der Event-Thriller mit Stars wie Nina Kunzendorf, Katja Riemann und Anke Engelke ist ambitioniert, aber auch überfrachtet.
In der zweiten Ausgabe der 50-Jahre-Farbfernsehen-Showreihe widmen sich die Moderatoren Johannes B. Kerner und Steven Gätjen den großen Spaßmachern der deutschen Unterhaltungsbranche.
"Die Kochprofis" und der "Frauentausch" bestreiten bei RTL II Spezialsendungen. Beide Formate widmen sich der Ausrichtung von möglichst tollen Hochzeitsfeiern.
Ein Countdown geht eigentlich immer: ProSieben hat die "Größten Live-Momente" auserkoren.
Die Entsorgung radioaktiver Abfälle polarisiert einen Ort: ARTE zeigt die deutsch-französische Atomenergie-Komödie "Das gespaltene Dorf" in der Wiederholung.
Ein Jahr lang mussten sich Fans der Netflix-Serie "Narcos" gedulden, am Freitag, 1. September, startet nun endlich die dritte Staffel - allerdings ohne den bisherigen Protagonisten.
Wenn sogar der "Tatort" ausfällt, dann muss etwas wirklich Wichtiges geschehen. Ob das "TV-Duell" der Kanzlerkandidaten diesen Anspruch erfüllt?
Zwei Jahre nach ihrem Interview mit LeFloid wagte sich Angela Merkel wieder vor die YouTube-Kameras. Im Gespräch mit vier jungen YouTubern machte sie Werbung für ihre Politik - und führte eine 21-jährige Modebloggerin vor.
36 Jahre nach seiner Erstaufführung zeigt Tele 5 einen der umstrittensten Horrorfilme aller Zeiten.
Sie ist friedlich eingeschlafen: Im Alter von 97 Jahren verstarb die Schauspielerin und Sängerin Margot Hielscher.
Das ZDF will mit einem neuen Polit-Magazin "konstruktiven" Journalismus bieten. Was ist unter dem Schlagwort zu verstehen?
"Bourne"-Regisseur Paul Greengrass plant einen Film über den norwegischen Massenmörder Anders Breivik. Sein Fingerspitzengefühl beim Verfilmen realer Tragödien hat der Regisseur schon mehrfach unter Beweis gestellt.
Die dritte und finale Staffel der bisher beim ZDF ausgestrahlten britischen Ausnahme-Krimiserie ist nur im Pay-TV zu sehen.