Am Limit - Mi. 20.09 - BR: 22.45 Uhr

Immer der Nase nach

Nur auf den ersten Blick geht es in diesem Film um Sport. Menschen, die Grenzerfahrungen suchen und Scheitern als Antrieb zu Höchstleistungen begreifen sind es, die Regisseur Pepe Danquart interessieren. Der Oscar-Preisträger ("Schwarzfahrer") hat bereits mit seinen Werken "Heimspiel" (2000) und "Höllentour" (2004) unter Beweis gestellt, dass er mit solchen Geschichten auch Sportmuffel begeistern kann. Mit "Am Limit", nun im BR-Fernsehen zum wiederholten Mal zu sehen, vollendete er 2006 seine Sport-Trilogie. Um emotionale Bilder zu erzeugen, reichten dem gebürtigen Schwaben zwei Männer und eine Felswand.

"Ich wollte keinen Kletterfilm machen, der rein auf den Sport fokussiert ist, sondern einen Film, der die menschliche Seite der Huberbuam zeigt und Klettern als Metapher fürs Leben nutzt." Pepe Danquart hat sein Ziel erreicht. "Am Limit" ist spannender als so mancher Thriller, bewegender als einige Schmonzetten und eindringlicher als der ein oder andere episch ausladend angelegte Spielfilm.

Im Mittelpunkt stehen die Brüder Thomas und Alexander Huber. Die beiden Bayern gehören zu den weltbesten Kletterern. Sie ziehen aus nach Kalifornien, um einen Rekord im Geschwindigkeitsklettern zu brechen. Die "Nose", eine 1.000 Meter hohe Granitwand des "El Capitan" im Yosemite Nationalpark, wollen sie in unter zwei Stunden und 48 Minuten hinaufsteigen.


Um diese extreme Leistung vollbringen zu können, müssen sich beide über eigene Schwächen klar werden und immer wieder das unter Geschwistern übliche Konkurrenzdenken kontrollieren. Denn nur wenn das bedingungslose Vertrauen in den Gegenpart vorhanden ist, kann die Wand bezwungen werden. Der Rekord ist nur zu brechen, wenn auf viele Absicherungen während des Aufstiegs verzichtet wird. Die Gefahr zu stürzen, zurückzufallen und Verletzungen zu erleiden, wird bewusst in Kauf genommen. Alexander Huber macht sich keine Illusionen: "Das hat nichts mehr mit Nachdenken zu tun, sondern nur mit deiner Einstellung: Willst du das, oder willst du das nicht? Und rein rational muss ich ganz einfach sagen: Besser würde man unten am Boden stehen bleiben."


Das Filmteam begleitete die beiden Extremsportler zum Training nach Patagonien und in die USA. Vorwiegend bestand die Crew aus erfahrenen Kletterern, die in allerlei Felsspalten drapiert, die "Huberbuam" aus jeder erdenklichen Perspektive einfingen. Entstanden ist ein vielschichtiges Porträt über zwei grundsympathische Menschen, die weder verrückt noch auf der Suche nach dem Tod sind. Sie beherrschen lediglich die Kunst, im Risiko über sich hinauszuwachsen. Thomas Huber ist abhängig von diesem Adrenalinkick: "Wenn kein Fehler passiert, dann kommst du in diesen wahnsinnigen Geschwindigkeitsrausch rein." - Doch vor Fehlern, das beweist "Am Limit", sind auch die beiden Bayern nicht gefeit.


Jasmin Herzog
Die grandiose Judy Dench gönnt sich als "Philomena" die humorvolle Gelassenheit, der katholischen Kirche eine himmelschreiende Ungerechtigkeit zu vergeben.
Ihr Ziel ist Leben zu retten. Wie vehement der Job des Notfallsanitäters allerdings an die Substanz geht, zeigt der Film von Petra Cyrus, der nun im Rahmen von "37°" im Zweiten zu sehen ist.
Eine neue ZDF-Reihe blickt auf "Deutschlands große Clans". Zum Auftakt steht die Geschichte der Aldi-Discounter auf dem Lehrplan.
Der Dokumentarfilm "Geiselnahme - Das große Geschäft" blickt auf ein einträgliches Business: An den weltweit rund 30.000 Entführungen verdienen nicht nur die Kidnapper.
Die Romantic-Comedy "Love is in the Air" überzeugt nicht unbedingt mit Tiefgang, dafür viel mehr mit berührenden Liebesszenen und der Garantie auf ein Happy-End.
Statt abendlicher Feier gibt es bei diesem Geburtstag wohl eher Brunch mit Prickelbrause: Das "SAT.1-Frühstücksfernsehen" wird 30 Jahre alt.
Die Daily-Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" spricht erneut ein Tabu-Thema an. Dieses Mal verfolgen die Zuschauer häusliche Gewalt in einer Familie.
Jane Fonda und Robert Redford gehen in der Netflix-Produktion "Unsere Seelen bei Nacht" ein ungewöhnliches Arrangement ein, das bald Kritik erntet.
Zum 200. Geburtstag des Fahrrades begibt sich Barbara Hahlweg auf eine kleine Tour mit dem Zweirad.
Ein halbes Jahr nach der Premiere im Pay-TV zeigt ZDFneo die hochgelobte Serie "4 Blocks". Eine Fortsetzung ist derweil in Arbeit.
Am 14. Oktober eröffnet das Münchner Gärtnerplatztheater nach jahrelanger Sanierung neu. Das BR-Fernsehen feiert mit.
Kim, Kourtney und Co. gewähren in "Keeping Up With The Kardashians" Einblicke in ihren glamourösen Großfamilien-Alltag. Ab 9. Oktober gibt's auf E! Entertainment bereits die 14. Staffel der US-Reality-Show zu sehen.
Vor 70 Jahren sollte das strategische wichtige Helgoland vom britischen Militär in die Luft gesprengt werden. Ein Doku-Drama am Tag der Deutschen Einheit erzählt von der heute weitgehend vergessenen "Operation Big Bang".