Scouts vs. Zombies - Handbuch zur Zombie-Apokalypse - So. 15.10 - ProSieben: 22.30 Uhr

Überfressen trotz schlechten Geschmacks

Von einer Teenie-Komödie, die vollbusige, junge Blondinen auf picklige Pubertierende treffen lässt, ist nicht gerade viel Feingefühl zu erwarten. Richtig derb wird es allerdings, wenn zudem noch übelriechende, heißhungrige Untote ins Spiel kommen. ProSieben zeigt erstmals im Free-TV "Scouts vs. Zombies - Handbuch zur Zombie-Apokalypse" (2015). Der Titel macht klar, was das drastisch überzeichneten Machwerk bietet: Hier waten Teenager durch ein Blutbad, kämpfen gegen Monster, wie man sie aus der Erfolgsserie "The Walking Dead" kennt, betatschen Brüste, praktizieren Oralsex und lassen alle Regeln des bürgerlichen Anstands der Vorstadt hinter sich.

Trotzdem besitzt die Horror-Komödie von Regisseur Christopher Landon ("Paranormal Activity: Die Gezeichneten") alle Zutaten, die sie zu einem verbotenen Vergnügen weit jenseits aller Regeln des guten Geschmacks machen. Auch wenn das Ergebnis Kultklassikern wie "Shaun of the Dead" verdächtig nahe kommt, bleibt doch ein schales Gefühl: Letztlich droht in dem spektakulär inszenierten Bad-Taste-Gemetzel nur eine Gefahr: Irgendwann wirkt es ermüdend.

Der Horror-Streifen bietet spektakuläre Splatter-Effekte und - um es "bekömmlicher" zu machen - viel rabenschwarzen Humor. So werden nicht nur allerlei erdenkliche und kaum vorstellbare Tötungsarten für Zombies vorgestellt - auch treibt der Film mit der jugendlichen Sensationslust und hormonellen Begierde auf originelle Weise Schindluder. Das Ergebnis wird dadurch allerdings noch lange nicht originell.


Doch was wird eigentlich erzählt? Es ist eine auf altmodische Art herkömmliche Geschichte von jungen Außenseitern, die doch noch bei den Dorfschönheiten landen wollen. Carter (Logan Miller), Ben (Tye Sheridan) und der dickliche Augie (Joey Morgan) sind seit ihrer Kindheit beste Freunde - und Pfadfinder. Zu dritt lassen sie sich auf eine Nacht in der (sehr domestizierten) Wildnis ein - nicht ahnend, dass, wie das durchgeknallte Horrorfilme eben so vorschreiben, aus einem Hightech-Medizinlabor gerade ein mit Zombie-Virus (bitte nicht nachfragen!) infiziertes Monster ausgebrochen ist.


Heimlich schleichen sich Ben und Carten von Augies Zelt weg, um doch noch etwas zu wagen: Sie zieht es - testosteronbedingt - auf eine vermeintlich wilde Highschool-Party, auf der sexuell aufgeschlossene Freundinnen zu erwarten sind. Doch schon bald stellen sie fest, dass ihnen Mutter Natur einen blutigen Strich durch die Rechnung macht. Die gesamte Kleinstadt-Bevölkerung hat sich in Zombies verwandelt. Die Mordrausch-Pest macht sogar vor Haustieren nicht Halt. Einzig die geheime Partylocation wurde offenbar noch nicht gestürmt. Dorthin zieht es die Jungs, um ihre Freunde aus höchster Gefahr zu retten. Immerhin plant die US-Armee - was sonst? - bereits Kampffliegereinsätze, um die Zombies zurück in die Steinzeit zu bomben. Das heitere Geschehen nimmt seinen Lauf.


Rupert Sommer
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