Der Polizist, der Mord und das Kind - Mo. 11.12 - ZDF: 20.15 Uhr

Empathisch und authentisch

Besondere Herausforderung für einen Schauspieler: Das Spielen einer tatsächlich passierten Geschichte. Schließlich will man authentisch sein und den real Beteiligten mit seiner Interpretation nicht auf den Schlips treten. Matthias Koeberlin (43, "Die Toten vom Bodensee", "Kommissar Marthaler") ist die schwierige Aufgabe angegangen. In Johannes Fabricks "Der Polizist, der Mord und das Kind" übernahm er die Rolle des Carlos Benede, Münchner Opferschutzkommissar, aufgewachsen ohne seine leiblichen Eltern im Heim, bei Nonnen im Allgäu, später zweifacher Adoptivvater, Buchautor ("Kommissar mit Herz: Meine Jungs, mein Leben, unser Weg"). Was Vollblutschauspieler Koeberlin bei seiner Arbeit half: Gespräche mit dem echten Benede.

"Die Begegnung mit Carlos Benede war sehr spannend und interessant", sagt Koeberlin. "Wir haben uns im Vorfeld der Dreharbeiten getroffen und uns lange unterhalten. Für mich war dieses Treffen extrem wichtig, um ein Gefühl für diesen außergewöhnlichen Menschen zu bekommen und ihm zu vermitteln, wie wichtig es mir ist, seine Geschichte absolut in seinem Sinne zu erzählen."

Brutaler Start: Der elfjährige Alexander kommt in die Küche, seine Mutter liegt am Boden, ein Messer in der Brust. Polizisten nehmen den Messerstecher gerade fest: Alexanders Vater (Ilir Rexhepi). Ein traumatisches Erlebnis mit einer ungeheuren Schlagkraft, die den Jungen im Folgenden regelmäßig heimsuchen soll, ob in seinen Albträumen oder der Realität. Schließlich braucht er jemanden, der jetzt für ihn da ist. Immerhin: Alexander ist selbstbewusst genug, um auszusprechen, was er will, nämlich unbedingt gegen seinen Vater aussagen und danach bei dem Polizisten leben, der für ihn da war, als seine Mutter starb: Carlos Benede.


Der Opferschutzkommissar, den eine durchweg beeindruckende Empathie auszeichnet, stimmt schnell zu, kümmert sich um Alexander wie um seinen eigenen Sohn, auch wenn die so dramatisch entstandene Konstellation zahlreiche Schwierigkeiten mit sich bringt und Carlos' Leben für immer verändert. Mal abgesehen davon, dass der Neu-Pflegevater selbst ohne seine leiblichen Eltern aufgewachsen ist. Nonnen haben ihn großgezogen, nachdem ihn seine Mutter nach der Geburt weggegeben hatte.


Diese Geschichte hat es genau so gegeben, auch einen Kontakt zwischen Koeberlin und Benede im Vorfeld der Dreharbeiten. Vielleicht liegt es an den Gesprächen der beiden, vielleicht auch schlichtweg an der enormen schauspielerischen Kraft, die Koeberlin seit jeher mitbringt, dass er Carlos so dermaßen stark verkörpert. Genauso stark: Joshio Marlon, der die Rolle eines früh vom Leben gezeichneten, niemals aber lebensmüden Jungen übernimmt. Besonders berührend ist die Wahl eines Stilmittels: der AB mit der Stimme seiner Mutter, den Alexander auch nach seinem Umzug zu Carlos Benede behält. Wenn er da liegt, auf dem Bett in seinem Kinderzimmer, und sich die Liebe seiner Mutter per Knopfdruck zurückzuholen versucht, ist das herzzerreißend und von Regisseur Johannes Fabrick einfach gut gemacht.


Erik Brandt-Höge
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