Focus - So. 14.01 - ProSieben: 20.15 Uhr

Der Blick fürs Wesentliche

"Focus" markierte im Jahr 2015 die erste Zusammenarbeit zwischen Margot Robbie ("The Wolf of Wall Street") und Will Smith ("Men in Black", "Hitch - Der Date Doktor"). Im wendungsreichen Gaunerfilm dürfen der ehemalige Prinz von Bel Air und die erst kürzlich für den Golden Globe nominierte Australierin (für Craig Gillespies "I, Tonya") vor allem zwei Dinge tun: gut aussehen und lässig sein. ProSieben zeigt die charmante Krimikomödie jetzt als Free-TV-Premiere.

Es geht rasant los: Die ersten fünf Minuten von "Focus" sind noch nicht vorbei, da hat man bereits die erste Knutschszene, das erste Verwechslungsspiel und einen bewaffneten Überfall gesehen. Will Smith spielt dabei den cleveren Meisterdieb Nicky, der ein Team von Taschendieben anführt und davon ziemlich gut lebt. Als die attraktive Jess (Margot Robbie) recht ungeschickt versucht, ihn auszunehmen, beschließt er, sie unter seine Fittiche zu nehmen und in die hohe Kunst der Täuschung einzuführen. Schnell werden die beiden zu einem ziemlich erfolgreichen Gespann - und natürlich dauert es auch nicht lange, bis es gehörig zwischen ihnen knistert. Doch bevor Jess ihm zu nahe kommen kann, serviert Nicky sie eiskalt ab.

Allerdings bringt das Schicksal die beiden drei Jahre später erneut zusammen, und zwar ausgerechnet, als Nicky in Buenos Aires vom skrupellosen Autorennstall-Besitzer Garriga (Rodrigo Santoro) für einen gefährlichen Millionencoup engagiert wird. Die alten Gefühle zwischen ihm und Jess keimen wieder auf. Was folgt, ist ein chaotisches und herrlich absurdes Verwirrspiel, bei dem im Grunde jeder jeden hinters Licht führt und am Ende alles anders kommt, als man gedacht hätte.


Dass die abgehobene Dramaturgie dieses humorvollen Gaunermärchens etwas hanebüchen ist, lässt sich nicht abstreiten. Trotzdem ist die dritte Regiearbeit des Duos Glenn Ficarra und John Requa ("Crazy, Stupid, Love.") gut gemachte Unterhaltung. Das liegt nicht zuletzt an der Besetzung: Will Smith als charmant-attraktiver Manipulator und die wunderhübsche Margot Robbie als freche Diebin bilden ein perfektes Paar.


Dass die beiden so wunderbar harmonieren, birgt eine gewisse Ironie, denn ausgerechnet bei der Besetzung des Films gab es vorab enorme Probleme. Mehrere Stars wie Ryan Gosling, Emma Watson und Brad Pitt sagten zu und wieder ab, bis schlussendlich Smith und Robbie das Rennen machten. Dafür, dass niemand in "Focus" mitspielen wollte, steht nun am Ende ein kurzweiliger Film, der sogar Menschen gefallen dürfte, die beim Genre "romantische Komödie" normalerweise sofort Ausschlag kriegen.


Ein Jahr später sollten Robbie und Smith dann wieder gemeinsam vor die Kamera treten: In der DC-Comicverfilmung "Suicide Squad" konnten sie als Teil einer chaotischen Killer-Truppe unter der Regie von David Ayer erneut finanzielle Erfolge verbuchen. Ein neues Hollywood-Dreamteam?


Jasmin Herzog
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