James Bond 007 - Spectre - Mi. 17.01 - ZDF: 20.15 Uhr

007 ist angekommen

Natürlich ist Musik letzten Endes immer eine Geschmacksfrage: Aber man darf "Writing's On The Wall", den Titelsong von Sam Smith, schon als fürchterliches Gejaule empfinden. Doch die traditionelle Introsequenz hat es in sich, weist sie doch den Weg: Die Autoren John Logan, Neal Purvis und Robert Wade haben sich mit "Spectre" (2015), dem 24. Bond-Film, gigantische Ziele gesetzt. Sie wollen einen großen Bogen spannen. Zunächst über die vier 007-Abenteuer mit Daniel Craig hinweg, die ja einen übrigens immer noch diskutablen Neustart der Reihe bedeuteten. Und darüber hinaus bis tief hinein in die gute alte Zeit, als die inneren Befindlichkeiten des populärsten Agenten der Filmgeschichte noch gar keine Rolle spielten. Nun, mit "Spectre", ist 007 angekommen bei der charakterlich eindeutigen Figur, die sich sein Erfinder Ian Fleming einst vorgestellt hatte. Diesen Bond-Film, vielleicht den besten aller Zeiten, zeigt ZDF jetzt als Free-TV-Premiere zur besten Sendezeit.

Wer "Skyfall" mochte, den letzten 007-Auftritt, der wird auch "Spectre" schätzen. Regisseur Sam Mendes sorgte auch diesmal für eine perfekte Mixtur aus Moderne und Tradition. "Spectre" ist 21. Jahrhundert und doch tief verwurzelt in der Geschichte der Agentenreihe. Nach dem fürchterlich banalen "Casino Royale" und "Ein Quantum Trost", der so gut war wie sein Titel, findet die Rückkehr der Reihe zu ihren Ursprüngen nun hier ihren starken Abschluss.

Eröffnet wird "Spectre" mit einer knapp viertelstündigen, fraglos spektakulären Massenszene in Mexico City, die weit eindrucksvoller daherkommt, als es im Trailer den Anschein hatte. Nur hier arbeitet der Film wieder mit jenen hektisch wackeligen Bildern einer längst dem Gestern angehörenden MTV-Generation. Später bedient sich Mendes einer bedächtigen Bildsprache, die die Intention des Films, an alte Zeiten anzuknüpfen, betont.


Bond trifft in der Folge auf Lucia Sciarra (Monica Belucci spielt das älteste Bond-Girl aller Zeiten), die ihm wiederum den Weg hinter die Kulissen der größten Verbrecherorganisation aller Zeiten öffnet: Spectre. Angeführt wird sie von Franz Oberhauser (Christoph Waltz), dessen Macht und Skrupellosigkeit wie in Bond-Filmen üblich gleich mal auf derbe Art und Weise zur Schau gestellt wird.


"Spectre" könnte das Ende und zugleich der Anfang einer neuen Bond-Ära sein. Das atmosphärisch starke und übrigens auch weitgehend humorfreie Abenteuer transferiert den einst von Ian Fleming erschaffenen Kosmos, der auch ein Spiegelbild der 50er- und 60er-Jahre war, perfekt in die Gegenwart. Das nächste Bond-Abenteuer, in dem auch Daniel Craig wieder den 007-Agenten geben soll, ist für das Jahr 2019 geplant. Ob das an den Erfolg von "Spectre" anknüpfen kann? Immerhin spielte der bisher letzte Bond-Film fast 880 Millionen US-Dollar ein.


Kai-Oliver Derks
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