Eklat im ZDF: AfD-Spitzenkandidatin verlässt Live-Sendung

"Wie geht's, Deutschland?", einem "Land, in dem der Ton rauer geworden ist" - Unter dieser Leitlinie diskutierten am Dienstagabend die ZDF-Moderatoren Marietta Slomka und Marcus Niehaves mit Spitzenpolitikern der sieben aussichtsreichsten Parteien im Wahlkampfendspurt vor der Bundestagswahl. Und in der Tat: Dass der Ton in der politischen Debatte "rauer geworden ist", bestätigte der TV-Abend vollends. Vor laufenden Live-Kameras verließ die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel offenbar aus Protest die Diskussionsrunde. Vorausgegangen waren emotionale Streitgespräche mit ihren politischen Gegnern und der Gastgeberin.

Nachdem Alice Weidel bereits mit Justizminister Heiko Maas (SPD) und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) aneinandergeraten war, brachte ein Dissens mit CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer das Fass zum Überlaufen. Als Scheuer zum Themenkomplex Flüchtlinge und Integration sprach, unterbrach ihn Weidel mit den Worten: "Also soll illegale Einwanderung legalisert werden!" Daraufhin wies der CSU-Mann die Rechtspopulistin in die Schranken: "Machen Sie erst mal den Zuschauern klar, dass Sie sich von Herrn Gauland und von Herrn Höcke distanzieren. Herr Gauland hat Herrn Höcke als die Seele der AfD bezeichnet, für mich ist er einfach ein Rechtsradikaler."

Alice Weidel, die zusammen mit Alexander Gauland als AfD-Spitzenkandidatin in die Bundestagswahl geht, kramte daraufhin ihre Notizzettel zusammen und verließ wortlos das Studio. Moderatorin Marietta Slomka fragte zunächst verdutzt: "Frau Weidel, gehen Sie jetzt?" Dann kommentierte sie den Eklat so: "Das ist dann auch eine eigenartige Diskussionskultur. Könnte auch daran liegen, dass das nächste Thema, das wir besprechen wollen, soziale Gerechtigkeit ist, wo sich Frau Weidel vielleicht nicht so gerne engagieren will."


Alice Weidel hat inzwischen eine Stellungnahme auf Facebook veröffentlicht, in der sie der Moderatorin Unprofessionalität und "freche Intoleranz" unterstellte. Slomkas Verhalten sei "eines öffentlich-rechtlichen Senders nicht würdig" und ein weiterer Anlass, "die Zahlung des Rundfunkbeitrages zu verweigern".


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