DVB-T2 kommt - was Fernsehzuschauer jetzt wissen müssen

Ende März wird DVB-T abgeschaltet, der TV-Empfang per Antenne wird auf DVB-T2 HD umgestellt

In vielen Regionen Deutschlands wird in der Nacht zum 29. März der TV-Empfang per Antenne auf einen neuen Standard umgestellt. Soll heißen, DVB-T wird abgeschaltet, DVB-T2 HD kommt. Zunächst betrifft das 18 Ballungsräume, darunter Nürnberg, München, Berlin, Köln und Hannover, andere Regionen folgen bis Frühjahr 2019. Doch woher weiß man, dass man betroffen ist? Wie kann man verhindern, dass der Fernsehbildschirm von einem Tag auf den anderen schwarz wird? Und was gibt es sonst noch zu beachten?

Was ist DVB-T2 HD?

DVB-T2 HD ist der Nachfolger des digitalen Antennenfernsehens DVB-T in Deutschland. Die Abkürzung steht für "Digital Video Broadcasting - Terrestrial" - also digitale Bildübertragung per Antenne. Das Kürzel HD bezieht sich auf die Möglichkeit, das TV-Programm in voller HD-Auflösung und damit hoher Bildqualität zu empfangen.


Was ist der Unterschied zu DVB-T?


DVB-T2 HD bietet eine bessere Auflösung, mehr Sender, eine gesteigerte Reichweite und ein stabileres Empfangssignal.


Weshalb wird DVB-T beendet?


Der Grund liegt in den verfügbaren Funk-Frequenzen in Deutschland. Im Mai 2015 wurden die von DVB-T genutzten Frequenzen an Mobilfunkanbieter versteigert. Die Bundesnetzagentur will bereits in diesem Jahr mehrere DVB-T Kanäle räumen, weil sie zusätzliche Frequenzen für das mobile Internet nutzen möchte, über das immer mehr Daten übertragen werden. Durch die Umstellung auf die modernere Technik von DVB-T2 HD kann der Frequenzbereich außerdem effizienter genutzt werden, etwa für zusätzliche Programme und bessere Bildqualität.


Wie finde ich heraus, ob ich umstellen muss?


Das können Fernsehzuschauer mithilfe des Videotextes in Erfahrung bringen. Ein Besuch auf Videotextseite 199 von RTL oder Das Erste gibt Auskunft, außerdem werden im DVB-T-Programm schon längere Zeit Hinweise auf die Abschaltung eingeblendet. Wer sie sieht, sollte also etwas unternehmen. Wer über Kabel, Internet oder Satellit fernsieht, ist nicht betroffen.


Muss ich für DVB-T2 HD bezahlen?


Die öffentlich-rechtlichen Kanäle sind ohne Zusatzgebühren frei empfangbar. Private Sender, wie unter anderem RTL, ProSieben oder SAT.1, gibt es nur im Bezahlpaket "freenet TV" für etwa 69 Euro im Jahr. Zusätzlich benötigen Kunden dann außerdem einen speziellen Receiver oder ein Entschlüsselungsmodul.


Was brauche ich, um DVB-T2 HD zu empfangen?


Um in den Genuss des neuen Antennenfernsehens DVB-T2 HD zu kommen, benötigt man kompatible Empfangstechnik. Entsprechende Geräte sind mit dem grünen "DVBT2 HD"-Logo oder dem "freenet TV"-Logo gekennzeichnet. Bei älteren Geräten hilft oft das Datenblatt in der Bedienungsanleitung oder auf der Homepage des Herstellers. Ansonsten schafft eine externe Set-Top-Box oder ein neuer Fernseher mit integriertem DVB-T2-Empfangsteil Abhilfe. Wichtig: Die Set-Top-Box muss die Videocodierung HEVC unterstützen.


Das alte Gerät ist unbrauchbar - wohin damit?


Vorsicht: Man darf die alten Empfänger keineswegs im Hausmüll entsorgen. Sie müssen beim Wertstoffhof oder im Einzelhandel abgegeben werden. Einzelhändler sind dazu verpflichtet, die Geräte kostenfrei zu entsorgen, sobald Sie mehr als 400 Quadratmeter Verkaufs- oder Lagerfläche nutzen. Die illegale Entsorgung von Elektrogeräten kann teuer werde. Je nach Bundesland werden bis zu 2.500 Euro Bußgeld fällig.


Gibt es Alternativen zu DVB-T2?


Ja. Das TV-Programm kann auch über Satellit (DVB-S2), Kabel (DVB-C2) und das Internet (IPTV) empfangen werden. Der technische Aufwand ist allerdings oftmals höher: Für den Empfang über Satellit ist beispielsweise eine Satellitenschüssel und oftmals eine Hausverkabelung nötig.


Was ist sonst noch zu beachten?


Wichtig: Am 29. März müssen DVB-T2-Schauer einen neuen Sendersuchlauf starten. Sonst bleibt der Bildschirm trotz neuer Technik schwarz.


Amelie Heinz
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