In your face, Fake News!

Achtung, die Faktenfinder kommen: Die ARD kümmert sich um das Thema Fake News

Das haben wir als Kind alle schon gehört: "Glaub' nicht alles, was andere dir sagen!" - Die Direktive darf in keiner ordentlichen Erziehung fehlen. Allerdings scheinen sich viele im Erwachsenenalter nicht mehr daran zu erinnern, denn bekanntlich ist die Lüge auf breiter Front auf dem Vormarsch - und das ist leider keine Fake News. Falschnachrichten und Halbwahrheiten, haltlose Zuspitzungen, dreiste Behauptungen und krude Verschwörungstheorien - viele Menschen glauben erstaunlich unkritisch alles, was der eigenen Erwartungshaltung entspricht und aus der Online-Filterblase kommt. Dass sich mancherorts, wie man nun weiß, schon ganze Wahlkampfstrategien an dieser fatalen Entwicklung zumindest orientieren, macht die Sache gefährlich, zumal gleichzeitig die Skepsis gegenüber den seriösen, mit objektivem Ansatz arbeitenden Medien zuzunehmen scheint. Alles in allem eine gewaltige Herausforderung für die Demokratie, der die ARD nun mit ihrer neuen "Faktenfinder"-Redaktion begegnet.

Auf dem Portal faktenfinder.tagesschau.de widerlegen die ARD-Journalisten ab sofort Fake News aller Couleur. Und die Macher versprechen viel: Sie wollen nicht weniger, als "das Internet beobachten und eingreifen, wenn es relevant und sinnvoll erscheint". Dies, so wird zum Start des ambitionierten Projektes erklärt, sei "der Weg der ARD gegen Falschmeldungen im Netz". Im Bundestagswahljahr startete auch schon das ZDF das crossmediale Faktencheck-Projekt "#ZDFcheck17", beim BR in München wird unter dem Arbeitstitel "BR-Verifikation" ebenfalls eine entsprechende Einheit aufgebaut. Doch dass das Netz "gezielt und aktiv" nach Falschmeldungen durchsucht werde, sei völlig neu, lässt ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke wissen. Zumindest in dieser umfassenden Form gab es Vergleichbares bis dato noch nicht.

Die Frage ist nur: Erreicht die geballte Ladung Aufklärung und Medienkompetenz auch die richtigen Adressaten? Denn wer schon "Lügenpresse" und "Systemmedien" krakeelt, wird sich wohl kaum vom didaktischen Angebot auf einer ARD-Homepage eines Besseren belehren lassen. Jeder, der sich (wovor mit Blick auf die eigene psychische Gesundheit eigentlich ausdrücklich gewarnt werden müsste) hin und wieder aufmerksam durch die einschlägigen Kommentarspalten liest, wird bemerken, wie entschieden dort gerade den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern begegnet wird. Die Gräben sind tief, das Misstrauen ist groß, und aus einer sicherlich nachvollziehbaren Skepsis erwuchs nicht selten schon fast so etwas wie Hass. Nein, im Lager der Unversöhnlichen hat sicher niemand auf das neue Anti-Fake-News-Portal der ARD gewartet.


Und dennoch macht das Projekt natürlich Sinn. Eine breite Mehrheit vertraut allen Unkenrufen zum Trotz noch immer den großen Medienhäusern und den öffentlich-rechtlichen Anbietern, deren Auftrag es eben auch ist, die demokratische Mitte objektiv zu informieren und beisammenzuhalten. Laut einer Studie, die der WDR beim Meinungsforschungsinstitut infratest dimap zur Glaubwürdigkeit der Medien in Auftrag gab, beurteilen 89 Prozent der Bundesbürger das Informationsangebot von Radio, Fernsehen, Internet, Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland insgesamt als "gut" oder "sehr gut" - besonders gut schnitten öffentlich-rechtliche Angebote ab.


Aber: Jeder fünfte Befragte hält den Vorwurf einer "Lügenpresse" für berechtigt, und 42 Prozent der Befragten glauben, dass die Politik den Medien Vorgaben zur Berichterstattung macht. Kurzum: Es liegt vieles im Argen, aber es ist längst nicht alles verloren für jene Medienmacher, die sich der Wahrheit und Objektivität verpflichten. "Der Kampf gegen gezielte Falschmeldungen und Desinformation lässt sich nicht durch Gesetze gewinnen", meint Patrick Gensing aus der Redaktion von faktenfinder.tagesschau.de. "Es ist vielmehr eine Aufgabe von Journalisten und Medien, über dieses Problem aufzuklären."


Das Angebot auf faktenfinder.tagesschau.de ist für alle gemacht, die für Argumente überhaupt noch zugänglich sind und nicht nur ihrer eigenen Wahrheit glauben wollen. Sie werden in Wort und Bewegtbild nicht nur mit entlarvten Fakenews versorgt, sondern auch mit Basiswissen zum Medienkonsum allgemein, mit Tutorials, Hintergrundgeschichten und aktuellen Kommentaren, die, wie es sich gehört, auch als solche gekennzeichnet sind, denn sie "geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors und nicht die der Redaktion wieder".


Man kann so etwas gar nicht oft genug sagen. Ansonsten darf sich, wer mag, auch die Worte von Sonia Seymour Mikich zum Leitfaden nehmen: "Skepsis ist gesund: Wer will, dass ich was glaube und warum. Hat diese Nachricht einen Absender? Kann ich eine Richtigstellung fordern? Echte Journalisten, on- und offline, sind rechenschaftspflichtig. Versuchen Sie mal, sich bei einem Algorithmus zu beschweren", erklärte die WDR-Chefredakteurin im Dezember 2016 in einem vielbeachteten Kommentar, in dem sie "mehr Netzkompetenz für alle" forderte, denn "100.000 Likes können auch von Robotern stammen". Mikichs Direktive wäre: "Wer online auf asozialen Seiten unterwegs ist, soll unter Bullshit posten: 'Das ist falsch.' Denn: Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten."


Frank Rauscher
Fans der Fußball-Bundesliga müssen sich zu Beginn der neuen Saison auf Änderungen einstellen. Unter anderem wurden die Anstoßzeiten erweitert. Zudem teilen sich nun zwei Pay-TV-Anbieter einen nur einzigen Spieltag auf.
Junges Fernsehen, nah an der Zielgruppe: Die sechsteilige BR-Reihe "Wer zieht ein?" nimmt die Zuschauer mit auf die Suche nach neuen WG-Mitbewohnern.
Eine Senderfamilie sucht ihre Identität: Während SAT.1 ins Krimifach wechselt, sucht man bei ProSieben vor allem in Sachen Show noch nach neuen Knallern.
Eine Deutsch-Inderin soll heiraten, um ihre traditionsbewusste Oma zufriedenzustellen. "Marry Me - Aber bitte auf Indisch" bedient Multikulti-Humor zerfahren und wenig witzig.
Nach einem enttäuschenden Start 2015 mausert sich "Der Bozen-Krimi" zur sehenswerten Krimi-Reihe.
Die ZDF-Reportage von Gert Anhalt zeigt junge Sizilianer, die das "Eiland des Elends" endlich nach vorne bringen wollen.
"Profiling Paris" hat sich am späten Donnerstagabend bei SAT.1 etabliert. Der Sender zeigt nun zehn neue Folgen der siebten Staffel.
Romantische Beziehungskomödie mit Sandra Bullock und Frauenheld Hugh Grant, die beiläufig auch noch als Liebeserklärung an New York gesehen werden kann.
Nur ein paar Quadratmeter reichen den Machern der neuen Sky-Serie: "Room 104" spielt in einem einzigen Hotelzimmer.
Keine Drachen, dafür alternative Geschichte: Die Macher von "Game of Thrones" haben ihr nächstes Serienprojekt vorgestellt.
Jörg Wontorra meldet sich mit einem Fußball-Talk am Sonntagvormittag zurück. Sein neues Format bei Sky Sport News HD geht in direkte Konkurrenz mit dem legendären "Doppelpass".
Schon wieder Berlin: In einer neuen Netflix-Serie ist die deutsche Hauptstadt Schauplatz eines Spionage-Plots.
Survivalshows gibt es viele im Fernsehen. "The Wheel - Survival Games" hat allerdings ein besonders fieses Konzept.