Nach fast 30 Jahren zurück im TV

Pierce Brosnan ist wieder in einer Serie zu sehen - als skrupelloses Oberhaupt einer Rinder- und Öl-Dynastie in "The Son" (ab 14. April, freitags, 21 Uhr, TNT Serie)

Das Image des ewig smarten und vor allem gutaussehenden Gentleman, es haftet Pierce Brosnan nun schon seit mehr als 30 Jahren an. Der inzwischen 63-jährige irische Schauspieler schlug aber auch genug Kapital daraus. Es war die Hauptrolle des attraktiven und gewitzten Privatdetektivs Remington Steele in der gleichnamigen TV-Serie (1982-1987), die Brosnan den Durchbruch verschafft hatte. Spätestens als er 1995 in "James Bond 007 - Goldeneye" zum neuen Geheimagenten ihrer Majestät wurde, war der Schauspieler zu groß geworden für das gängige Fernsehen. Nun, nach fast 30 Jahren auf der Leinwand kehrt Superstar Brosnan zurück ins TV.

In "The Son" (ab 14. April, immer freitags, um 21 Uhr, als deutsche TV-Premiere, bei TNT Serie), ist von einem smarten Anzugträger nichts mehr zu sehen. In der Serien-Adaption des Familienromans "Der erste Sohn" von Philipp Meyer, der für seine Buchvorlage für den Pulitzer-Preis nominiert wurde, spielt Brosnan einen texanischen Familienpatriarchen, der mit äußerster Brutalität in einem noch immer wilden Amerika des frühen 20. Jahrhunderts ein Rinder- und Ölimperium aufbaut.

Zurück ins Fernsehen lockte ihn vor allem der schauspielerische Anspruch, sagt Brosnan. "Ich konnte das Drehbuch nicht mehr aus der Hand legen", schwärmt er von "The Son". Anders als inzwischen auf der Leinwand würden die starken Rollen heute tendenziell bei den zahlreichen erstklassigen Serien-Produktionen liegen, glaubt der Ire. "Einen Mann zu spielen, der so viele Schicksalsschläge erfahren muss, von Indianern aufgezogen wird und sich entgegen aller Widerstände zu einem mächtigen Rancher hoch kämpft, war eine unglaubliche Herausforderung für mich."


In der zehn Folgen umfassenden ersten Staffel der Reihe, die bei TNT Serie bereits sechs Tage nach der US-Ausstrahlung zu sehen ist, geht Brosnan als Eli McCullough zunächst auch durch ein dramatisches Stahlbad. Als Jugendlicher muss Eli mitansehen, wie seine gesamte Familie von Indianern misshandelt und getötet wird. In schonungslosen Bildern wird die raue Härte der auslaufenden Ära des Wilden Westens gleich zu Beginn deutlich. Autor Philipp Meyer, der als Executive Producer fungierte, legte vor allem Wert auf die historischen Aspekte. Die Kostüme sind penibel genau an die damalige Zeit angepasst. Sogar das traditionelle Bogenschießen der Comanche-Indianer gleicht durch akribische Recherche einem Original.


Aufgewachsen unter Indianern entwickelt sich McCullough schließlich zu einem skrupellosen Oberhaupt einer Öl- und Rinder-Dynastie im aufblühenden Texas. Sein Ziel ist, sein Imperium zu vergrößern. Dafür schreckt er vor nichts zurück. McCullough selbst bezeichnet sich strotzend vor Selbstbewusstsein als der "erste Sohn" Texas'. Immerhin sei er am Gründungstag des Landes geboren worden, wie er immer wieder unterstreicht.


Doch die Härte, die Brosnan auch als strenges Clan-Oberhaupt immer wieder zeigt, steht beinahe schon im Gegensatz zu seiner sonstigen Persönlichkeit. Privat gilt der Schauspieler als ausgesprochener Familienmensch. Seine Frau Cassandra Harris begleitete er bis zu ihrem dramatischen Krebstod 1991. Mit der Journalistin Keely Shaye Smith ist er seit 2001 verheiratet. Etwaige Ehe-Skandale sind seit nunmehr 16 Jahren nicht bekannt.


Mit seiner Comeback-Rolle in einer Serie erfüllte sich Brosnan zudem noch einmal einen Wunsch. "Ich war schon immer ein großer Western-Fan", gibt er vor. Deshalb hätte ihn "The Son" zusätzlich gereizt. Als Sam Neill (unter anderem "Jurassic Park), der ursprünglich für die Hauptrolle vorgesehen war, absprang, zögerte der Ex-"Bond"-Darsteller nicht lange. "Schon als Kind haben mich Cowboys und Indianer fasziniert", erzählt er in einem Interview. Sogar Pfeil und Bogen habe er gebastelt, so Brosnan. Seine Vorbilder allerdings waren die Kerle aus Schrot und Korn: John Wayne und John Ford! In die Fußstapfen der legendären Westernhelden kann er nun treten.


Andreas Schöttl
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