Was bringt der Winter?

Ein wenig Spekulation: Was erwartet die "Game of Thrones"-Fans in der siebten Staffel (ab 17. Juli bei Sky)?

Zwei Trailer wurden gestreut, mehr gab es nicht zu sehen. HBO und Sky Deutschland halten sich auch dieses Mal mit Vorabinfos und Anschauungsmaterial vor dem Start der neuen "Game of Thrones"-Staffel zurück. Wenn ab 17. Juli wieder jede Woche eine neue Folge auf Sky Atlantic HD zu sehen sein wird, weiß nur ein denkbar kleiner Kreis "Eingeweihter", was alles auf die Fans zukommt. Tatsächlich verraten aber auch schon die bisher gezeigten Ausschnitte eine ganze Menge - wenn man denn genau hinsieht. Zwar ist nach der Ankündigung, die kommenden gerade mal sieben Folgen der siebten Staffel stellen das vorletzte Episoden-Paket dar, eine Handlung voller Diplomatie, Geschacher und Geplänkel zu erwarten. Die Ruhe vor dem Sturm also?

Fakt ist: Der Winter ist da - und George R. R. Martins Vorlage längst erschöpft. Man darf nun mutmaßen, was das bedeutet.

Zuerst aber noch ein Blick zurück: Wo stehen wir eigentlich gerade? Nach den atemberaubenden, vielleicht besten zwei Folgen von "Game of Thrones" am Ende der sechsten Staffel, "Die Schlacht der Bastarde" und "Die Winde des Winters", hat sich das Geschehen verdichtet. Ramsey Bolton ist Geschichte, auch der kleine Rickon, der Nächste und Jüngste aus dem Hause Stark. Der Hohe Spatz und seine Anhänger, Margaery und weitere Tyrells sowie die letzte Hand des Königs Kevan Lennister starben nach einem Anschlag auf die Septe in der Feuersbrunst.


Winterfell gehört wieder den Starks, Bastard-Nachkomme Jon Schnee (Kit Harington) ist der König des Nordens und blickt sorgenvoll gen große Mauer - ein eisiger Wind brachte den Winter. Und der bringt die wirkliche Bedrohung: die Weißen Wanderer. "The Enemy is real. It's always been real", berichtet ein hörbar angeschlagener Jon im zweiten Trailer und bittet um Mithilfe. Wen? Das wird nicht ersichtlich. Eine weitere Expedition hinter die Mauer soll wohl weitere Aufklärung bringen, dabei behilflich dürften Bran Starks (Isaac Hempstead-Wright) seherische Fähigkeiten sein, genauso wie Beric Dondarrion (Richard Dormer) von der Bruderschaft ohne Banner, Davos (Liam Cunningham) und Wildling Tormund (Kristofer Hivju). Auch wird Arya (Maisie Williams) zurück in der Heimat erwartet; Petyr Baelishs (Aidan Gillen) Einfluss auf deren Schwester Sansa (Sophie Turner) verspricht aber wenig Ruhe für die erstmals seit Staffel eins wieder vereinten Starks.


Cersei (Lena Headey) profitiert nach der von ihr beauftragten Sprengung der Septe besonders vom Aderlass in Königsmund. In Ermangelung an Nachkommen - ihr letzter Sohn, der junge König Tommen, stürzte sich nach der üblen Tat seiner Mutter aus dem Fenster - grüßt sie in den Trailern nun erstmals auch de facto vom Eisernen Thron. An ihrer Seite: ihr Bruder und Geliebter Jamie Lennister (Nikolaj Coster-Waldau). "Enemies to the east, enemies to the west, enemies to the south, enemies to the north. Whatever stands in our way, we'll defeat it!" - Cersei gibt sich siegessicher.


Die Hauptstadt erwartet derweil eine despotische Regentschaft, verbittert bis ins Mark und gehasst aus allen Himmelsrichtungen. Zuerst müssen sich "die letzten Lennisters, die zählen," wohl mit den Martells und Tyrells aus dem Süden beschäftigen, die einen Groll sondergleichen gegen Cersei hegen. Im Westen setzten die vermessenen Graufreuds von den Eiseninseln bereits die Segel.


Spannend wird es vor allem im Osten, wo Daenerys (Emilia Clarke) schließlich und endlich in Westeros landen wird - erst auf der Insel Drachenstein, später in Dämmertal. Doch obwohl in den Vorschauen Kämpfe zwischen Lennisters und Daenerys' Unbefleckten zu sehen sind, dürfte sich die große Schlacht um die Herrschaft über Westeros noch hinauszögern. Überstürzen war bisher ohnehin nicht das Ding der taffen Drachenmutter, und ihr kluger Beraterkreis um Tyrion (Peter Dinklage) und Varys (Conleth Hill) - ergänzt vielleicht um die rote Priesterin Melisandre (Carice van Houten) - wird ihren Blick vermutlich erst gen Norden richten lassen, zur Unterstützung Jon Schnees gegen die weiße Bedrohung.


Daenerys und Jon - die wohl beliebteste Fan-Theorie im Netz erwartet ohnehin ein Bündnis der vermeintlich Guten in dieser Welt voller Schlechtem; womöglich auch ein bisher tatsächlich angedeutetes Verwandschaftsverhältnis der beiden sowie die Erklärung des Buchtitels "Das Lied von Eis (Jon) und Feuer (Daenerys)".


Es gibt wahrlich viel Rede- und Intrigierbedarf in der siebten Staffel von "Game of Thrones", die bereits angeteaserten blutigen Schlachten sowie hinterlistige Morde dürften aber ebenso nicht zu kurz kommen. Einzig der Tod, so scheint es, kann die wirklich wichtigen Fragen der Fans zufriedenstellend beantworten. Die Erfüllung von Fan-Wünschen wie den "Clegane-Clash", also einen Zweikampf der verhassten und wiederauferstandenen Brüder Sandor "Der Berg" (Rory McCann) und Gregor "Der Berg" Clegane (Hafþór Júlíus Björnsson), scheint zudem zum Greifen nah. Platz dafür ist da: Die Showrunner David Benioff und D. B. Weiss bestätigten bereits eine Überlänge der sechsten und siebten Folge der Staffel, in der finalen achten sollen gar mehrere Episoden Spielfilmlänge haben. Den Anhängern der aufwendigsten und für viele besten Serie der Gegenwart dürfte also noch einiges bevorstehen - und die Spekulationen werden (endlich) ein Ende haben.


Sky präsentiert exklusiv die siebte Staffel von "Game of Thrones" parallel zur US-Ausstrahlung. Los geht's bereits in der Nacht zum Montag, 17. Juli, (zwischen 3 und 4 Uhr). Die Folgen sind wahlweise im Original oder in der synchronisierten Fassung auf Abruf mit Sky On Demand, Sky Go und auf Sky Ticket zu sehen. Ab 17. Juli läuft jeden Montagabend, um 20.15 Uhr, die aktuelle Episode wahlweise auf Deutsch oder Englisch auf Sky Atlantic HD.


Max Trompeter
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