Schreckensherrschaft aus der Sicht eines Kindes

"Der weite Weg der Hoffnung", Angelina Jolies Film über das Regime der Roten Khmer, ist ab 15. September bei Netflix

Angelina Jolie hat seit Jahren eine besondere Beziehung zu Kambodscha. Ihren ältesten Sohn beispielsweise, Maddox Chivan, adoptierte sie 2002 aus einem Waisenhaus in Phnom Penh, der Hauptstadt des südostasiatischen Landes. Auch für ihn, wie Jolie sagt, verfilmte sie als Regisseurin die Geschichte seines Heimatlandes. "Der weite Weg der Hoffnung" zeige die dunkelsten Jahre in der jüngeren Geschichte Kambodschas - aus der Sicht eines Kindes. Bei Netflix ist das Drama, das auf einem gleichnamigen autobiografischen Roman der in Kambodscha geborenen Menschenrechtsaktivistin und Schriftstellerin Loung Ung beruht, ab Freitag, 15. September, weltweit exklusiv verfügbar.

Ihren vierten Film als Regisseurin bezeichnet Angelina Jolie selbst als "Liebeserklärung an die Einwohner von Kambodscha". Sie sei beeindruckt von der Willenskraft und dem Lebensmut dieser Menschen, die doch gerade in der jüngeren Vergangenheit so viel Leid erfahren hätten, erklärt der Hollywood-Superstar weiter.

Tatsächlich erlebte eine ältere Generation in dem südostasiatischen Land schreckliche Jahre unter der Herrschaft der Roten Khmer. Nachdem die maoistisch-nationalistische Guerillabewegung im April 1975 die Macht an sich gerissen hatte, wollte sie die Gesellschaft mit Gewalt in einen Bauernstaat überführen. Unter anderem wurde fast die gesamte Bevöllerung der Hauptstadt  Phnom Penh, einst eine blühende Perle, umgehend aufs Land deportiert.


Hier setzt der autobiografische Roman "First They Killed My Father: A Daughter of Cambodia Remembers" von Loung Ung, den Jolie in Zusammenarbeit mit der Schriftstellerin für ihren Film adaptierte, ein. Die gerade einmal fünf Jahre junge elternlose Loung Ung (Sareum Srey Moch) ist unter dem Treck des Elends. Anders als ihre Brüder und Schwestern, die als Arbeiter auf dem Feld verzweifelt um ihr Leben kämpfen, landet sie in einem Waisenlager. In diesem wird sie unter dem gnadenlosen Drill der Roten Khmer zu einem Kindersoldaten ausgebildet.


Anhand von Loung Ungs Schicksal erzählt Jolie in ihrer vierten Regiearbeit nicht nur die Geschichte eines geschundenen Landes. Besonderen Wert legte sie darauf, dass dies gerade aus der Sicht des fünfjährigen Mädchens passiert. Immer wieder erschreckend ist, wie sich Ung unter den Grausamkeiten in der Kriegsausbildung der Roten Khmer selbst verändert und dennoch dabei so zerbrechlich wirkt.


Da es Jolie um maximale Authentizität geht, ließ sie sich für die Darstellung der jungen Ung auch von ihrem Adoptivsohn Maddox beraten. Er feilte mit daran, zu zeigen, wie ein Kind wohl den Horror eines Genozids, der in Kambodscha rund zwei Millionen Todesopfer forderte, erleben könnte. Desweiteren drehte Jolie ihr Drama ausschließlich in Kambodscha - unter anderem in den Städten Siem Reap und Battambang. Das Besondere: Die Rollen in dem größten Filmprojekt, das jemals in Kambodscha verwirklicht wurde, wurden komplett mit lokalen Laiendarstellern besetzt. Gedreht wurde ausschließlich in Khmer-Sprache.


In Kambodscha selbst entfachte der Film seit seiner Premiere im Februar dieses Jahres bereits breite Diskussionen. Die ersten Reaktionen des kambodschanischen Publikums sind unter anderem dahin gegangen, dass gerade junge Menschen begannen, ihre Eltern darüber zu befragen, worüber sie viele Jahre geschwiegen hatten.


Über den positiven Effekt einer wichtigen wie nötigen Geschichtsaufklärung legte sich allerdings auch ein Schatten. Zuletzt wurden in einer Story des US-Magazins "Vanity Fair" Vorwürfe laut, dass Kinderschauspieler beim Vorsprechen "emotional misshandelt" worden sein sollen. Angelina Jolie und auch Produzent Rithy Panh, der selbst zu den Überlebenden der Schreckensherrschaft der Roten Khmer gehört, dementierten das vehement.


Andreas Schöttl
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