Wenn blinde Wut die Familie zerstört

"Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (Montag bis Freitag, 19.40 Uhr, RTL) greift ein weiteres Tabu-Thema auf

Daily-Soaps bestehen aus Liebesgeplänkel und seichten Alltagsproblemchen? Von wegen! Mit diesem Klischee hat die Serie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (Montag bis Freitag, 19.40 Uhr, RTL) schon mehrfach gebrochen. Immer wieder wurden in der 25-jährigen Geschichte des Klassikers ernste und bewegende Themen angesprochen, die Macher schreckten vor kaum einem Tabu zurück. Nun wird die häusliche Gewalt fokussiert. Und das abermals auf erstaunlich drastische und eindringliche Weise.

Erst kürzlich zog Familie Ahrens in den "GZSZ"-Kiez nach Berlin. Vater Marin (Oliver Franck), Mutter Nina (Maria Wedig) und der gemeinsame Sohn Luis (Maximilian Braun) bilden eine ganz gewöhnliche und harmonische Familie. Aber der Schein trügt gewaltig. Denn mit der Zeit erfahren die Zuschauer, dass Vater Martin seine Emotionen nicht kontrollieren kann und bei Wutanfällen durchaus handgreiflich wird. Am Freitag, 22. September, wird zu sehen sein, wie er seine Frau Nina schlägt und wie sehr sie unter der Gewalt leidet.

Schauspieler Oliver Franck betont, wie wichtige es ist, ein ""Dieses Tabuthema zu entstauben" und sich einem ernsten Thema wie häuslicher Gewalt eben nicht mit "Klischee-Figuren" zu nähern. Er findet, es sei gut, "dass "GZSZ" ganz bewusst aufzeigt, dass sich dieses Tabuthema in allen Gesellschaftsschichten abspielen kann und wird". Weiterhin drückt er die Hoffnung aus: "Vielleicht fühlen sich einige Opfer dann nicht mehr nur allein und hilflos, sondern unternehmen Schritte, um ihre Situation zu ändern." Für Franck war es nicht einfach, die häusliche Gewalt am Set darzustellen. "Vorher nähert man sich gedanklich der Situation, dem Grund, den wahrscheinlichen Emotionen", verrät der Schauspieler.


Es ist nicht das erste Mal, dass bei "GZSZ" vor großem Publikum ein Tabu-Thema angesprochen und in den Serienverlauf eingewoben wird. So beschäftigte sich die Soap mit Inzest zwischen Vater und Tochter, zeigte den bewegenden Freitod von Bommel (Merlin Leonhardt) und setzt sich mit Bulimie auseinander.


Anke Waschneck
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