Die Queen ist highly amused

Nicht nur Elizabeth II. dürfte sich darüber freuen, dass es ab 8. Dezember bei Netflix mit "The Crown" weitergeht

Man muss es sich bildlich vorstellen. Wie die Queen im Buckingham Palace im Kreise ihrer Lieben vor dem Fernseher sitzt, eine Serie über ihre eigene Lebensgeschichte schaut, und hin und wieder so etwas sagt wie: "Na, das ist jetzt aber ein bisschen übertrieben." Glaubt man den berühmt-berüchtigten Palast-Insidern, soll es tatsächlich so sein: Prinz Edward und seine Frau Sophie waren es laut dem britischen "Express", die Queen Elizabeth II. beim wöchentlichen Filmabend der Königsfamilie (!) mit "The Crown" vertraut machten. Und obwohl sie einige Ereignisse überdramatisiert dargestellt fand, soll die Monarchin die Serie "wirklich gemocht" haben. Nicht nur sie darf sich jetzt darüber freuen, dass Netflix ab 8. Dezember zehn neue Folgen seiner teuersten Eigenproduktion zeigt.

Schon in der ersten Staffel, die die Jahre zwischen 1947 und 1955 umfasste, dürften Queen Elizabeth II. einige Ereignisse wieder vor Augen geführt worden sein, an die sie sich vermutlich nicht gerne zurückerinnert. Etwa, als sie 1955 ihrer Schwester Margaret untersagte, einen älteren, geschiedenen Fliegeroberst zu heiraten. Ebenso unangenehm dürfte für die wohl prominenteste "The Crown"-Zuschauerin der Einstieg in die neuen zehn Folgen werden.

Mit einem Krisengespräch zwischen Elizabeth II. (Claire Foy) und Philip (Matt Smith) beginnt die neue Staffel, die die Jahre 1956 bis 1963 beleuchtet. Wie man ihre Ehe retten könne, fragt die Königin ihren Mann, der fünf Monate lang auf ihr Geheiß das Commonwealth bereiste. Fünf Monate, in denen sie sehr viel über Demütigung gelernt habe, wie sie nun formuliert: Gerüchte über royale Eheprobleme ließen die Klatschpresse frohlocken. Dass die reale Elizabeth kürzlich mit Philip ihren 70. Hochzeitstag beging, tut der aufkeimenden Serienspannung keinen Abbruch: "Scheidung ist für uns keine Option", sind sich die beiden einig. Feierte das Königspaar kürzlich etwa den Jahrestag einer sehr langen Scharade?


Dabei sah es kurz vor Philips Abreise doch so gut aus: Nach ihren ersten drei Jahren auf dem Thron hat sich Elizabeth in die Rolle der Herrscherin eingefunden, und auch Philip scheint nun besser damit zurechtzukommen, die zweite Geige zu spielen. Man flirtet, man tauscht Zärtlichkeiten aus. Bis Elizabeth in seinem Reisegepäck zufällig das Foto einer anderen Frau findet. Sie wird abweisend, er weiß nicht wieso: ganz normale Beziehungsprobleme, die dem Zuschauer dezent vor Augen führen, dass eben auch Königinnen und Prinzgemahle nur Menschen sind.


Dieser Blick hinter die Palastmauern, den "The Crown" verspricht, ist natürlich der größte Reiz der 140 Millionen US-Dollar teuren Hochglanz-Serie. Aber längst nicht der einzige: Stets behält Serienmacher Peter Morgan auch die politischen Entwicklungen im Auge, die die Queen und ihr Land zur jeweiligen Zeit beschäftigen. Wie schon in seinem hervorragenden Stück "The Audience" arbeitet der Autor heraus, wie die Königin, die eigentlich keine politische Meinung haben darf, in ihren wöchentlichen Audienzen subtil Einfluss auf ihre Premierminister ausübt, ohne dabei je das Protokoll zu verletzen. Nach Winston Churchill (Emmy-prämiert: John Lithgow) ist es nun Anthony Eden (Jeremy Northam), der sich den bohrenden Fragen der wohlinformierten Elizabeth stellen muss. Zum Beispiel darüber, wie er die Sueskrise zu lösen gedenkt.


So wie sich Queen Elizabeth II. einst an die Vorstellung gewöhnen musste, aller paar Jahre einem neuen Regierungschef gegenüberzusitzen, sollten sich die Zuschauer langsam darauf einstellen, Abschied von "ihrer" Elizabeth zu nehmen: In Staffel drei übergibt Claire Foy, die den Golden Globe und den Screen Actors Guild Award für ihre Vorstellung erhielt, das Zepter an die zehn Jahre ältere Olivia Colman ("Broadchurch"). Mit 33 sei Foy schlicht zu jung, um Elizabeth II. in ihren 40-ern und 50-ern zu spielen, befand Showrunner Morgan. Dasselbe gilt natürlich auch für Matt Smith. Wer ihm als Prinz Philip nachfolgen wird, ist allerdings noch nicht bekannt.


Annekatrin Liebisch
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