Ich bin dann mal ... in der Fremdenlegion

"Wer schneller schießt, gewinnt": TV-Doku gibt seltene Einblicke in die härteste Armee der Welt

Mehr als ein Jahr dauerte es, bis Autor Christian Stracke eine Drehgenehmigung erhielt. Kein Wunder! Der Filmemacher wollte ausgerechnet "Die härteste Elitetruppe der Welt" genauer ins Visier nehmen: die "Fremdenlegion".

Doch Strackes Bemühungen haben sich ausgezahlt. Für seine Dokumentation "Fremdenlegion - Die härteste Elitetruppe der Welt", die am Mittwoch, 24. Januar, 20.15 Uhr, bei ZDFInfo zu sehen ist, durfte der Autor unter anderem in Französisch-Guayana an der Grenze zu Brasilien filmen. Dort unterhält die Legion eine Dschungelkampfschule. Die militärische Ausbildung gilt als eine der härtesten weltweit. Im Film zeigt Stracke, durch welche Anstrengungen die Bewerber aus den unterschiedlichsten Ländern sich quälen müssen.

Rund 140 Nationen vereinigt die französische Fremdenlegion derzeit unter ihrem Dach. Darunter sind auch einige Deutsche. Zog der Eintritt in die Legion, bei der jeder eine neue Identität erhält, früher auch Schwerkriminelle und gescheiterte Existenzen an, haben Männer wie der deutsche Oberstleutnant Gisbert heute durchaus verantwortungsvolle Aufgaben. Der 43-Jährige hat einen Dienstgrad, den nur vier Prozent aller Legionäre erreichen. Sein Auftrag im Überseedepartement von Frankreich ist unter anderem die Bewachung des Weltraumbahnhofes Kourou.


Strack, der zuletzt auch mit seiner Prostitutions-Doku "Bordell Deutschland" Aufsehen erregte, geht in seinem neuen Film der Frage nach, was Menschen wie Gisbert an dieser Mythen-umwobenen Truppe so fasziniert. Der Legionär Horst Brandt etwa hat studiert, wollte aber noch nicht täglich "im Bürostuhl sitzen", wie er sagt, sondern er suchte Abenteuer. Seinen Eltern hat er lediglich einen Zettel hinterlassen: "Bin bei der Fremdenlegion".


Erstaunlich ist, dass auch ehemalige Legionäre, die schon 1953 in Vietnam oder im Algerienkrieg gekämpft und getötet haben, sehr offen vor der Kamera sprechen. So erklärt der ehemalige Legionär Heinrich Back etwa, das jeder der derzeit rund 8.800 Elitesoldaten eine "Kampfmaschine" sei. Und jede davon warte nur auf ihren Einsatz. Und zwar im Krieg! Dieser folge übrigens ganz einfachen Regeln, wie Stefan Müller meint. Der 31-Jährige hat fünf Jahre in der Legion gedient. Er erklärt mit nüchterner Präzision: "Derjenige, der schneller schießt, gewinnt. Da hast du keine Zeit zu überlegen."


Andreas Schöttl
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